Monty Python Comeback-Show startete

1. Juli 2014, 13:04
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Fünf von ehemals sechs Mitgliedern der legendären Comedy-Truppe standen in London bei der ersten von zehn Shows wieder gemeinsam auf der Bühne

London - Gleich zehn Mal beglückt die legendäre britische Komikertruppe Monty Python im Juli in der Londoner O2 Arena ihre Fans: Mehr als 30 Jahre nach ihrem letzten Auftritt stehen John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones und Michael Palin - allesamt um die 70 Jahre alt - heute, Dienstag, mit ihrem Comeback- und zugleich Abschieds-Programm auf der Bühne. Die letzte Aufführung des Zweieinhalbstunden-Auftritts One Down, Five To Go am 20. Juli wird in 2500 Kinos weltweit - neun in Österreich - live übertragen. Übersetzt heißt der Titel etwa: "Einer ist weg, da waren's nur noch fünf". Denn ein Mitglied mussten sie schon beerdigen. Graham Chapman starb 1989 mit nur 49 Jahren an Krebs.

Terry Gilliam nimmt den Kritikern schon vorab den Wind aus den Segeln. "Für mich ist es sowas wie eine vorgezogene Gedenkfeier zu Lebzeiten", sagt der 73-Jährige über das Comeback von Monty Python. Ein enstprechendes Klassiker-Programm ist zu erwarten.

Die Vergangenheit war glanzvoll: Mit den Sketchen ihres Flying Circus, mit den "Rittern der Kokosnuß", dem "Leben des Brian" und dem "Sinn des Lebens" setzte die einst sechsköpfige Gruppe von den späten 1960er-Jahren bis in die frühen 80er Maßstäbe. Das "Ministry of Silly Walks" und die fußballspielenden Philosophen sind längst britisches Kulturgut, mit "Spam" erfand Monty Python einen Sammelnamen für lästige Mails, der erst viele Jahre später gebräuchlich werden sollte.

Kritiker fragen sich, ob Monty Python heute noch funktioniert

Doch seit Eric Idle, John Cleese, Terry Gilliam, Terry Jones und Michael Palin im vergangenen Sommer ihr Comeback ankündigten, fragten Kritiker misstrauisch und Fans etwas bang: Funktioniert Monty Python noch? Fast oder ganz nackt über den Bildschirm zu hüpfen, mag in den 70ern ein Tabubruch gewesen sein. Heute fühlt sich davon niemand mehr provoziert. Kritik am Establishment, politischer Witz versteckt im Nonsense, ist das nicht alles längst passé?

Die Spaßmacher selbst sind zuversichtlich. Es sei kein Sketch rausgeflogen, weil sie das Gefühl gehabt hätten, er funktioniere nicht mehr, sagt John Cleese. Auch Eric Idle, der bei den Shows Regie geführt hat, ist sich sicher: "Es ist größtenteils zeitlos." Sie hätten Glück, dass ihr Humor sich eher um allgemeine Typen und lustige Dinge drehe und so langsamer veralte.

Was eigentlich zu sehen sein wird in der Londoner O2-Arena, das ist weitgehend geheim. Das Finnland-Lied soll gesungen werden, "echtes Feuer" versprachen die Komiker bei einer Pressekonferenz. Sie kündigten junge, hübsche Frauen auf der Bühne an, eine Musical-Show mit Monty Python im Zentrum. Ein Sketch wird auf jeden Fall fehlen: Die "silly walks", die albernen Gänge, könne er "wegen verschiedener Operationen" nicht mehr vorführen, sagt Cleese. (APA/dpa, red, 1. 7. 2014)

  • Monty Python vor ihrer ersten von zehn Shows in London
    foto: apa/epa/daniel leal-olivas

    Monty Python vor ihrer ersten von zehn Shows in London

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