Steuerdeal mit Schweiz spült 735 Millionen in die Staatskasse

1. Juli 2014, 10:46
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Ex-Finanzministerin Fekter hatte aus dem Abkommen Zuflüsse von einer Milliarde Euro budgetiert

Brüssel - Die Steuerabkommen der Schweiz mit Österreich und Großbritannien haben Wien und London gemeinsam 1,2 Milliarden Euro gebracht. Österreichs Steuersünder mit Veranlagungen in der Schweiz spülten dabei mit 735 Millionen Euro deutlich mehr Geld in ihre Heimat als die Briten mit nur 466,8 Millionen Euro, geht aus den am Dienstag von der Eidgenössischen Steuerverwaltung ESTV vorgelegten Zahlen hervor.

Die frühere Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) hatte aus dem Abkommen Zuflüsse von einer Milliarde Euro budgetiert.

Die im Vorjahr abgeschlossenen Steuerabkommen sehen vor, dass Banken bei österreichischen bzw. britischen Steuersündern eine einmalige Abgeltungssteuer einziehen und anonym an den Fiskus in Wien bzw. London überweisen. Damit ist das bis dahin angelaufene Schwarzgeld legalisiert. Ein ähnliches Abkommen war zunächst auch mit Deutschland ausgehandelt. Es scheiterte aber dann im Bundesrat am Widerstand der von Sozialdemokraten und Grünen regierten Bundesländer.

Die Regelungen der Schweiz mit Österreich und Großbritannien zur "Vergangenheitsbewältigung" der Steuersünder sind Ende Juni ausgelaufen, wurde der APA auf Anfrage von der ESTV bestätigt.

Österreich hat aus dem seit 2013 bestehenden Steuerabkommen mit der Schweiz nach Auszahlung von nunmehr zwölf Tranchen insgesamt 735 Mio. Euro überwiesen bekommen. Der abgelaufene Juni brachte dabei mit nur mehr 100.000 Euro von 18 Personen die geringste Summe ein.

Von Juli 2013 bis Juni 2014 haben sich 21.124 Österreicher dafür entschieden, ihr Vermögen den heimischen Steuerbehörden offen zu legen, teilte die ESTV mit.

Löwenanteil im vergangenen Sommer

Der Löwenanteil der bisher lukrierten Steuergelder floss im Juli und August des Vorjahres - also den ersten beiden Monaten der Offenlegung. Damals kamen mehr als 670 Mio. Euro herein, davon im Juli 2013 416,7 Mio. Euro von 13.592 Personen und im August 254,7 Mio. Euro von 2.070 Österreichern.

Der September brachte dann 17,1 Mio. Euro von 1.740 Personen. Im Oktober wurden weitere 7,3 Mio. Euro von 1.681 Personen ins Budget gespült. Im November waren es 13,0 Mio. von 587 Personen und der Dezember 2013 brachte weitere 8,3 Mio. Euro von 1.185 Personen.

Im Jänner 2014 gab es mit 11,2 Mio. Euro von lediglich 119 Personen wieder etwas mehr. Der Februar brachte mit 3,9 Mio. Euro von 49 Personen weit weniger ein, noch geringer war der März mit 1,8 Mio. Euro von 69 Personen. Im April waren es nur mehr 200.000 Euro von elf Personen, im Mai wieder mit 0,6 Millionen von nur drei Personen etwas mehr.

Die offengelegten Vermögenswerte belaufen sich auf 6,0 Mrd. Euro. Die Abgeltungszahlungen liefen Mitte des Jahres aus.

Bei den Briten verlief die Entwicklung ähnlich. Auch hier gab es in den ersten beiden Monaten Juli und August 2013 mit gemeinsam 405 Millionen Euro den Löwenanteil. Die Gesamtzahl der Briten, die sich entschieden, ihre Vermögen den Londoner Steuerbehörden offenzulegen, war mit 33.550 aber deutlich größer als die Österreicher (21.124). (APA, 1.7.2014)

  • Artikelbild
    foto: apa/lukas lehmann
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