Malaria-Infektion ist am Körpergeruch wahrnehmbar

30. Juni 2014, 22:06
1 Posting

Malaria-Infektion verändert die spezifische Duftmarke von Mäusen - und macht sie für Mücken attraktiver

Zürich/Wien - Malaria ist nach wie vor eine gefürchtete Krankheit: Rund eine Million Menschen fallen ihr jährlich zum Opfer. Der Erreger ist ein Einzeller der Gattung Plasmodium, der durch die Anophelesmücke übertragen wird.

Um ihren eigenen Lebenszyklus zu vervollständigen, ist es für die Plasmodien nötig, zurück in eine Mücke gelangen. Anders gesagt: Mücken müssen Blut eines bereits infizierten Opfers saugen, um den Krankheitserreger wieder in sich aufzunehmen. Im Mückendarm angelangt, beginnen die Geschlechtszellen der Plasmodien einen neuen Entwicklungszyklus.

Forscherinnen und Forscher der ETH Zürich und der Pennsylvania State University haben nun getestet, ob Mücken von bereits infizierten Opfern besonders stark angezogen werden - und konnten ihre Hypothese in Versuchen mit Mäusen bestätigen. Wie das Team um Consuelo De Moraes im Fachblatt "PNAS" schreibt, verändert eine Malaria-Infektion die spezifische Duftmarke der Mäuse - und macht sie für Mücken attraktiver.

Die Plasmodien dürften dabei aber nicht zur Bildung neuer Duftkomponenten führen, sondern bloß jene verstärken, die für Anophelesmücken besonders anziehend sind. Erstaunt waren die Forscher, dass der "Malariaduft" den Mäusen das ganze weitere Leben anhaftete - auch wenn sie gar keine Symptome zeigten. (tasch, DER STANDARD, 1.7.2014)

  • Eine der Malaria-Versuchsmäuse in einer Glaskammer, um ihre Duftstoffe zu sammeln.
    foto: nick sloff

    Eine der Malaria-Versuchsmäuse in einer Glaskammer, um ihre Duftstoffe zu sammeln.

Share if you care.