Messi zwischen der Schweiz und dem größten Wurf seit 60 Jahren

30. Juni 2014, 17:47
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Zweifacher Weltmeister noch nicht überzeugend, aber klarer Favorit - Eidgenossen könnten erstmals seit 1954 wieder Viertelfinale erreichen

Sao Paulo - Lionel Messi entschädigt sich bei der WM in Brasilien für eine enttäuschende Saison mit dem FC Barcelona. In den Gruppenspielen hat der vierfache Weltfußballer vier der sechs Tore Argentiniens erzielt, am Dienstag kommt es in Sao Paulo (18.00 Uhr MESZ) zum Achtelfinal-Duell mit der Schweiz. Das Team von Ottmar Hitzfeld will erstmals seit der Heim-WM 1954 in ein Viertelfinale.

"Wir sind klare Außenseiter. Wir haben nichts zu verlieren und viel zu gewinnen", erklärte der deutsche Coach, für den eine Niederlage gleichbedeutend mit dem Pensionsantritt wäre. Gegen Argentinien ist aber genau das noch nie gelungen (2 Remis, 4 Niederlagen), zuletzt gab es im Februar 2012 ein 3:1 für den zweifachen Weltmeister - mit Messi als dreifachem Torschützen.

Alles Messi

Zehn Jahre nach seinem Teamdebüt und nach zwei WM-Teilnahmen ohne Grandezza ist Messi die Lebensversicherung der Blau-Weißen. Um aus dem langen Schatten Diego Maradonas zu treten, sind aber weitere Erfolge nötig. "El pibe d'oro" (Der Goldjunge) hatte Argentinien 1986 zum Titel und vier Jahre später ins Finale geführt. Für Messi ist der Weg also noch lang.

"Er kann jede Partie jederzeit im Alleingang entscheiden", weiß sein Sturmgefährte Gonzalo Higuain. Doch auf den Schultern Messis ruht eine schwere Last - seine Teamkollegen hielten mit ihren Leistungen bisher nicht Schritt. "Wir müssen nun versuchen, diesen Druck besser zu verteilen", erklärte Teamchef Alejandro Sabella. Besonders seine Abwehr hat sich bisher als keineswegs sattelfest erwiesen.

Der Appell richtet sich in erster Linie an Kapazunder wie Angel di Maria und Higuain, zwei weiteren der "fantastischen Vier". Sergio Aguero, der vierte im Bunde, fällt wegen einer Muskelblessur im linken Oberschenkel und wird wohl von Ezequiel Lavezzi ersetzt.

Hoffen auf Shaquiri

Hitzfeld weiß, dass in einem Spiel der K.o.-Runde alles möglich ist. "Wir können Geschichte schreiben", sagte der Schweizer Coach. Des Teamchefs Vertrauen in Xherdan Shaquiri war im letzten Gruppenspiel belohnt worden. Das wie Messi nur 1,69 m große Mittelfeld-Ass hatte beim 3:0 gegen Honduras alle Treffer erzielt.

"Er muss im Zentrum mehr laufen, aber wenn man dort drei Tore macht, muss man ihm ein Superkompliment machen", hatte Hitzfeld den 22-jährigen von Bayern München. (APA/red - 30.6. 2014)

WM-Achtelfinale:

Argentinien - Schweiz (Dienstag, 18.00 Uhr MESZ, Sao Paulo, Corinthians Arena, SR Jonas Eriksson/SWE)

Argentinien: 1 Romero - 4 Zabaleta, 2 Garay, 17 F. Fernandez, 16 Rojo - 5 Gago, 14 Mascherano, 7 Di Maria - 10 Messi, 9 Higuain, 22 Lavezzi

Ersatz: 12 Orion, 21 Andujar - 3 Campagnaro, 15 Demichelis, 23 Basanta, 6 Biglia, 8 Perez, 11 Rodriguez, 19 Alvarez, 13 A. Fernandez, 18 Palacio

Es fehlt: 20 Aguero (Verletzung linker Oberschenkel)

Teamchef: Alejandro Sabella

Schweiz: 1 Benaglio - 2 Lichtsteiner, 20 Djourou, 22 Schär, 13 Rodriguez - 11 Behrami, 8 Inler - 23 Shaqiri, 10 Xhaka, 18 Mehmedi - 19 Drmic

Ersatz: 12 Sommer, 21 Bürki - 3 Ziegler, 4 Senderos, 6 Lang, 7 Barnetta, 9 Seferovic, 14 Stocker, 15 Dzemaili, 16 Fernandes

Fraglich: 17 Gavranovic (Knieverletzung)

Es fehlt: 5 Van Bergen (Bruch des linken Augenhöhlenbodens)

Teamchef: Ottmar Hitzfeld (GER)

  • Ottmar Hitzfeld und Xherdan Shaquiri haben etwas vor.
    foto: apa/diges

    Ottmar Hitzfeld und Xherdan Shaquiri haben etwas vor.

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