Stempelhersteller Trodat plant Personalabbau

30. Juni 2014, 17:04
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40 Personen zur Kündigung angemeldet - Ohne Einsparungen droht "nachhaltiges Ertragsproblem" - Aber Umsatzverdoppelung in der Gruppe bis 2020 angestrebt

Wels - Der Welser Stempelhersteller Trodat hat 40 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet, wie er am Montag mitteilte. Man müsse Kosten reduzieren, um nicht ein "nachhaltiges Ertragsproblem" zu bekommen. Dessen ungeachtet hat sich die Gruppe, zu der auch der Lasercutter- und Graviermaschinen-Produzent Trotec gehört, mit der Umsatzverdoppelung auf 300 Mio. Euro bis 2020 ein hohes Ziel gesteckt.

Die Stempel-Märkte in Europa und den USA seien stark rückläufig, erklärte CEO Michael Peduzzi in einer Aussendung. Das könne man in China, Indien und Lateinamerika umsatzmäßig zwar überkompensieren, man müsse dort aber die fünffache Menge verkaufen, um den selben Ertrag zu erzielen, begründete er den Personalabbau. Den Betroffenen sollen teilweise Ersatz-Jobs bei Trotec in Marchtrenk (Bezirk Wels-Land) angeboten werden, teils wolle man ihnen helfen, bei anderen Unternehmen in der Region unterzukommen.

Unter den Umsatzerwartungen

Sowohl Trodat als auch Trotec sind nach eigenen Angaben Weltmarktführer. Während Trodat zuletzt unter den Umsatzerwartungen blieb, lief es bei Trotec besser. Der Stempelbereich steuert derzeit mit 870 Mitarbeitern etwa zwei Drittel (rund 100 Mio. Euro) bei, bis 2020 sollen es 130 bis 160 Mio. werden. Der Laserbereich mit 280 Mitarbeitern brachte bisher nur rund ein Drittel, soll nun aber aufschließen. Bis 2020 sollen beide Bereiche gleich groß werden und gemeinsam - nach 154 Mio. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr - 300 Mio. Euro erlösen.

Die Trodat Trotec Holding beschäftigt weltweit knapp 1.150 Mitarbeiter, rund 40 Prozent davon in Österreich. Die Gruppe ist in mehr als 150 Ländern aktiv, die Exportquote liegt über 98 Prozent. (APA, 30.6.2014)

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