Volle Zuckerspeicher machen Bäume widerstandsfähiger gegen Wassermangel

30. Juni 2014, 16:43
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Ein internationales Forscherteam konnte den Zusammenhang zwischen eingelagerte Stärke sowie löslicher Zucker in Pflanzengeweben und der Überlebensfähigkeit in Dürreperioden nachweisen

Zürich - Wie gut tropische Bäume eine Dürre überstehen, hängt maßgeblich davon ab, wie viel Zucker sie gespeichert haben. Dies haben Zürcher Forscher und internationale Kollegen in einem Experiment in Malaysia herausgefunden.

Klimamodelle zeigen auf, dass der Klimawandel die Niederschlagsmuster verändert. Viele Ökologen befürchten, dass dies zu einem weltweiten Waldsterben führen könnte. Das internationale Forschungsteam um Michael O'Brien von der Universität Zürich führte nun einen Pflanzversuch mit 1.400 Setzlingen von zehn tropischen Baumarten durch. Die Forscher erhöhten - beziehungsweise senkten - künstlich die in den Pflanzen eingelagerten Zuckerarten.

Dann setzten sie die Setzlinge einer künstlichen Dürreperiode aus. Dabei zeigte sich, dass Jungbäume mit mehr gespeicherten Kohlenhydraten den überlebenswichtigen Wassergehalt im Stamm länger aufrechterhalten konnten als solche mit weniger gespeicherten Kohlenhydraten.

Unterschiedliche Dürretoleranz

Die Zuckerwerte zu messen könnte nicht nur dabei helfen, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder abzuschätzen. Da die Dürretoleranz nicht bei allen Baumarten gleich war, könnten in Zukunft für Wiederaufforstungen Arten ausgewählt werden, die mehr Kohlenhydrate speichern. Damit wären die Wälder besser an trockenes Klima angepasst.

Dass eingelagerte Stärke und lösliche Zucker in Pflanzengeweben Bäume widerstandsfähiger gegen Wassermangel macht, wurde schon lange vermutet - nachgewiesen wurde es nun aber zum ersten Mal. Die Forscher haben ihre Ergebnisse nun im Fachjournal "Nature Climate Change" veröffentlicht. (APA/red, derStandard.at, 30.6.2014)

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