Eisel zum zehnten Mal Lastesel bei der Tour 

30. Juni 2014, 15:57
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Steirer will mit Froome die Sieger-Ehrenrunde drehen - Viele Höhen und Tiefen erlebt

Klagenfurt/Paris - Radprofi Bernhard Eisel will bei der kommenden Tour de France für sein Team Sky um Vorjahrssieger Chris Froome vor allem "den Überblick bewahren". Erfahrung bringt der 33-Jährige bei seiner zehnten Tour-Teilnahme jedenfalls in großem Maße ein. Vom Tragen des weißen Trikots bis zum Sturz in einer Fluchtgruppe hat der Steirer schon viele Höhen und Tiefen bei der Tour erlebt.

"Das Schönste ist es, als Mannschaft des Gesamtsiegers auf den Champs-Elysees die Ehrenrunde zu drehen", erzählte Eisel am Montag bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt. Im Jahr 2012 hat er dieses Gefühl mit Bradley Wiggins an der Spitze schon genossen und heuer soll das dank Froome wieder gelingen. "Unser Ziel ist der Gesamtsieg", betonte Eisel. Bis dahin hat er aber als Road Captain von Sky noch ein hartes Stück Arbeit vor sich. "Besonders zwei Etappen in den Vogesen und eine in den Pyrenäen werden richtig schwer", meinte der Wahl-Klagenfurter.

Eisels erster Tour-Start datiert aus dem Jahr 2004. Dabei durfte er auf der dritten Etappe das weiße Trikot des besten Jungprofis tragen. In Erinnerung bleibt ihm aber auch die erfolgreiche Flucht in einer Gruppe und der Sturz nur drei Kilometer vor dem Etappenziel. "Das war live im Fernsehen zu sehen", erzählte Eisel. 2006 kam er einem Etappensieg recht nahe und erreichte in Karlsruhe den dritten Platz. Dafür sei 2005 ein "Krüppeljahr" gewesen, da er und der Australier Baden Cooke als Sprinter in ihrem Team nominiert gewesen seien. "Es ist immer der Falsche den Sprint angefahren, wir sind aber trotzdem Freunde geblieben", erzählte Eisel.

Emtionale Erinnerungen

2007 stand Eisel beim Tour-Start auf der Tower Bridge in London. "Das erlebt man auch nicht alle Tage". Die 230 Kilometer lange Etappe durch London war für die Profis übrigens eine besondere Herausforderung. "Entlang der 230 Kilometer langen Strecke waren so viele Zuschauer, dass für uns keine Pinkelpause möglich war", erinnerte sich Eisel.

In den folgenden Jahren galt es für den Steirer, den Sprinter Marc Cavendish gut über die Berge bzw. in Position zu bringen. 2008 brachte er den Briten nur eineinhalb Minuten vor Ablaufen der Karenzzeit mit Müh' und Not durch die Etappe über den legendären Tourmalet, der Sprinter gewann aber prompt am nächsten Tag den Zielspurt. "Egal wie tot Cav ist, wenn er eine Ziellinie sieht, ist er ein anderer Mensch und hat keine Schmerzen mehr", erzählte Eisel.

Bei der heurigen Tour muss der Steirer auf niemanden warten. "Ich muss meine Arbeit machen, wichtig ist, dass ich so lange wie möglich dabei bin", so Eisel. (APA/red, 30.6.2014)

  • Bernhard Eisel ist wiedermal der einzige rot-weiß-rote Beitrag bei der Tour.
    foto: apa/neubauer

    Bernhard Eisel ist wiedermal der einzige rot-weiß-rote Beitrag bei der Tour.

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