Deos: Kein Grund zur Panik vor Aluminium 

30. Juni 2014, 13:03
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Mögliche Gefahr durch Aluminium in Deos: Deutsches Institut entwarnt - Wissenslücken bestehen aber nach wie vor

Manche Deos enthalten Aluminiumsalze, die das Schwitzen besonders effektiv stoppen. Immer wieder wird dieses Metall als Verursacher von Brustkrebs und für die Entstehung von Demenz verantwortlich gemacht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat diese Behauptungen geprüft. Es besteht zwar kein Anlass zur Panik, berichtete die Verbraucherzeitschrift "Gute Pillen – Schlechte Pillen" in seiner aktuellen Ausgabe, dennoch gebe es Wissenslücken, die geschlossen werden müssen.

Wissenschaftler seit langem uneins

Anlass für die Sorge vieler Menschen ist der Verdacht, Aluminium in Deos würde Brustkrebs auslösen. Im Brustgewebe von Frauen mit Brustkrebs findet sich häufig ein erhöhter Aluminiumgehalt. Ob das aber ein Zeichen ist, dass Aluminium in Deos der Auslöser für den Krebs ist, darüber sind sich die Wissenschaftler seit langem uneins. Es könnte ebenso gut umgekehrt sein, dass Krebs selbst der Grund für die Ansammlung von Aluminium im Gewebe ist

Wesentlich klarer ist dagegen die wissenschaftliche Einschätzung, ob es einen Zusammenhang zwischen Aluminium und Demenz gibt. Denn auch bei Demenz-Kranken hat man in bestimmten Gehirnregionen einen erhöhten Aluminiumgehalt gefunden. Ein Zusammenhang wurde durch umfangreiche Studien nicht bestätigt.

Gesetzliche Grenzwerte

Eine Überdosis an Aluminium kann den Körper vergiften und Folgeschäden an Nerven und Knochen auslösen. Und weil in Lebensmitteln Aluminium vorkommt, haben Behörden für die Nahrung gesetzliche Grenzwerte festgelegt. Wie viel Aluminium über Deos in den Körper gelangt, ist derzeit noch nicht durch verlässliche Studien belegt. Ob die Aluminiumsumme aus Deo und Nahrung bedenklich werden könnte, ist unklar. Alu-Deos sollten daher auch nicht direkt nach der Rasur aufgetragen werden, denn über die kleinen wunden Stellen dringt mehr davon in den Körper ein.

Christian Wagner-Ahlfs von "Gute Pillen – Schlechte Pillen" rät: "Wer auf Nummer sicher gehen will, kann auf Aluminium im Deo verzichten. Es gibt Alternativen." Die Autoren der Verbraucherzeitschrift sehen aber auch die Behörden in der Pflicht: Ein genereller Grenzwert für Aluminium in Kosmetik sei sinnvoll, und weitere Forschung soll klären, wie sich die Belastung aus Kosmetik und Nahrung addieren. (red, derStandard.at, 30.6.2014)

  • Ob die Aluminiumsumme aus Deo und Nahrung bedenklich werden könnte, ist noch unklar.
    foto: ap/owen sweeney

    Ob die Aluminiumsumme aus Deo und Nahrung bedenklich werden könnte, ist noch unklar.

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