Schwere Vorwürfe gegen Blackwater-Chef im Irak

30. Juni 2014, 13:58
189 Postings

Medienbericht: Todesdrohung gegen Ministeriumsvertreter im Jahr 2007

Washington/Bagdad - Die private US-Sicherheitsfirma Blackwater hat Ermittlungen zu ihren Aktivitäten im Irak-Krieg offenbar mit allen Mitteln verhindern wollen. Der örtliche Projektmanager habe ihn wegen seiner Untersuchungen mit dem Tod bedroht, schrieb der Chefermittler des US-Außenministeriums, Jean Richter, in einer internen Notiz aus dem Jahr 2007, wie die "New York Times" am Montag berichtete.

Nach einem Streit habe ihm der Blackwater-Chef im Irak gesagt, dass er "mich sofort töten könnte, und keiner könnte etwas dagegen tun, weil wir hier im Irak sind", so Richter. Er habe die Drohung ernst genommen. "Wir waren in einem Kriegsgebiet, wo unerwartete Dinge passieren können, insbesondere, wenn es um Fragen geht, die einen lukrativen Sicherheitsauftrag betreffen."

Skandal im Herbst 2007

Die Szene ereignete sich laut "New York Times" zwei Wochen vor einem Blutbad in Bagdad. Vier frühere Blackwater-Angestellte müssen sich derzeit wegen der Tötung von 17 Menschen im Zentrum der irakischen Hauptstadt vor einem US-Gericht verantworten. Die Schüsse auf unbewaffnete Zivilisten sorgten im Herbst 2007 für breite Empörung und kosteten Blackwater seine Aufträge im Irak.

Richter warnte in seiner Aktennotiz dem Bericht zufolge davor, dass mangelnde Aufsicht über die Aktivitäten von Blackwater zu einem Klima der "Nachlässigkeit" geführt habe. Die Sicherheitskräfte der Firma hätten damals für sich in Anspruch genommen, "über dem Gesetz zu stehen", schrieb er. Blackwater war im Irak vor allem mit dem Schutz von US-Botschaftsmitarbeitern beauftragt. (APA, 30.6.2014)

Share if you care.