400 russische Soldaten zur Schulung in Frankreich

30. Juni 2014, 11:48
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Proteste gegen geplanten Verkauf von Kriegsschiffen an Moskau - Kritik aufgrund der Ukraine-Krise vor allem aus den USA

Saint-Nazaire - Im Zusammenhang mit dem umstrittenen Verkauf zweier Kriegsschiffe durch Frankreich an Russland sind am Montag rund 400 russische Marinesoldaten im westfranzösischen Saint-Nazaire zur Schulung eingetroffen. Bis Oktober sollen die beiden russischen Schiffsbesatzungen in der Steuerung und technischen Kontrolle der beiden Hubschrauberträger vom Typ Mistral trainiert werden.

Frankreich will die beiden Kriegsschiffe für 1,2 Milliarden Euro an Russland verkaufen. Vor allem die USA hatten das Geschäft kritisiert, das wegen des Ukraine-Konflikts auch bei östlichen Nato-Partnern Besorgnis auslöste.

Entscheidung über Lieferung im Herbst

Der erste Hubschrauberträger, die Wladiwostok, soll bereits im Oktober an Russland geliefert werden; das zweite Schiff, die Sewastopol, soll im Jahr 2015 folgen. Die Regierung in Paris hält derzeit an dem Geschäft fest und machte wiederholt deutlich, dass sie erst im Herbst entscheiden werde, ob die Lieferung auch tatsächlich erfolgt.

US-Präsident Barack Obama hatte Anfang Juni seine "Besorgnis" über solche Rüstungsgeschäfte angesichts der Verletzung internationalen Rechts durch Russland durch die Angliederung der ukrainischen Halbinsel Krim zum Ausdruck gebracht. Rund 50 proukrainische Demonstranten protestierten am Sonntag in Saint-Nazaire, wo die Schiffe in der Werft STX gebaut wurden und werden. Die Mistrals können 16 Hubschrauber, 13 Panzer, etwa hundert Fahrzeuge und 450 Soldaten zu einem Einsatzort bringen. (APA, 30.6.2014)

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