Miguel Herrera wittert die Verschwörung

30. Juni 2014, 11:19
584 Postings

Die wackeren Mexikaner ereilte bei der WM erneut der Achtelfinal-Fluch. Schuld daran war laut Trainer Herrera der Schiedsrichter. Und natürlich Arjen Robben

Fortaleza - Miguel Herrera blieb sich auch bei seinem bitteren WM-Abschied treu. Der Trainer-Vulkan aus Mexiko, der wegen seiner emotionalen Ausbrüche zu einem der prägenden Gesichter der Weltmeisterschaft wurde, konnte das Achtelfinal-Aus von El Tri nicht staatsmännisch hinnehmen, sondern er polterte los. Der impulsive Coach kritisierte den Schiedsrichter heftig und machte gar diffuse Anspielungen auf eine Verschwörung gegen sein mexikanisches Team.

"Das war eine WM, in der alles die ganze Zeit gegen Mexiko lief", sagte Herrera. In drei von vier Spielen seien alle strittigen Entscheidungen "gegen uns getroffen" worden. Der Mann hatte sichtlich Mühe, seinen Ärger über das unnötige Achtelfinal-Aus beim dramatischen 1:2 (0:0) gegen die Niederlande hinunterzuschlucken.

Denn gegen Oranje sah sich Herrera um den verdienten Sieg betrogen. "Der entscheidende Faktor war der Mann mit der Pfeife", sagte der 46-Jährige: "Er hat uns aus der WM geworfen. Wir fahren jetzt nach Hause, aber ich hoffe, dass auch der Schiedsrichter nicht mehr bei der WM bleiben darf."

Kein Verwalten mehr möglich

Zur Ansetzung des Portugiesen durch die FIFA: "Wenn ein Schiedsrichter vom Kontinentalverband des Gegners aufläuft, dann muss man das hinterfragen." Was aber hätte der Portugiese Proença von einem niederländischen Viertelfinal-Einzug haben sollen?

Doch Herrera hielt sich mit Erklärungen nicht lange auf, "El Piojo", die Laus, knöpfte sich auch Robben vor. "Dreimal" habe sich der Bayern-Star "auf die gleiche Art und Weise" im Strafraum hingeworfen, um einen Elfmeter zu schinden. "Und er", sagte Herrera mit Bezug auf den Schiedsrichter, "hat nichts gemacht." Robben entschuldigte sich hinterher für eine Schwalbe in der ersten Halbzeit: "Das war dumm von mir."

Darüber, dass Mexiko in der zweiten Halbzeit quasi aufgehört hat, Fußball zu spielen, und über den Einbahnstraßen-Kick in der heißen Schlussphase verlor Herrera aber kein Wort.  Es scheint jedenfalls, als ob in der ballesterischen Postmoderne ein 1:0-Vorsprung einfach nicht mehr ins Ziel zu verwalten ist. (sid/red, 30.6.2014) 

  • Den Schiedsrichter oder Arjen Robben: Mexikos Trainer Miguel Herrera wäre vermutlich am liebsten beide angesprungen.
    foto: ap/hadebe

    Den Schiedsrichter oder Arjen Robben: Mexikos Trainer Miguel Herrera wäre vermutlich am liebsten beide angesprungen.

Share if you care.