Alice Schwarzer verletzte Jörg Kachelmanns Persönlichkeitsrechte 

29. Juni 2014, 19:41
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"Spiegel": Die "Emma"-Herausgeberin hat in Glossen den Eindruck erweckt, dass der freigesprochene Ex-Wettermoderator ein Vergewaltiger sei 

Berlin - Neuerlich Niederlage für Alice Schwarzer und "Emma" gegen Wettermoderator Jörg Kachelmann: Das Magazin darf in Glossen nicht mehr den Eindruck erwecken, dass Kachelmann ein Vergewaltiger sei. Das Oberlandesgericht Köln bestätigte damit eine Entscheidung der ersten Instanz, berichtet "Der Spiegel".

Ende 2011 plädierte "Emma" in einer Glosse, die Begriffe "einvernehmlicher Sex" und "Unschuldsvermutung" zu Unworten des Jahres zu küren. Beide Begriffe spielten in Kachelmanns Vergewaltigungsprozess eine Rolle. "Emma" formulierte zugespitzt: "Da fragt man am besten … Claudia D. oder irgendeine von den 86.800 geschätzten vergewaltigten Frauen im Jahr, deren Vergewaltiger nie angezeigt, nie angeklagt oder nie verurteilt wurden."

Für die Richter verletzte der Kommentar die Persönlichkeitsrechte des im Mai 2011 freigesprochenen Kachelmann, berichtet "Der Spiegel". Dem Leser werde der Eindruck aufgedrängt, Kachelmann habe Claudia D. vergewaltigt. Schwarzer argumentierte, es handele sich dabei um eine allgemeine Medienkritik.

Die Richter ließen mangels “grundsätzlicher Bedeutung” eine weitere Revision nicht zu. Jetzt überlegt Schwarzer – laut ihres Anwaltes Spyros Aroukatos – beim Bundesgerichtshof eine Nicht Zulassungsbeschwerde gegen das Revisionsverbot einzulegen. (red, derStandard.at, 30.6.2014)

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