Grass wirft Merkel "skandalöse Missachtung" vor

29. Juni 2014, 17:30
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Der Literaturnobelpreisträger kritisiert, dass Kanzlerin nicht auf Protestnote zur NSA-Überwachungspraxis geantwortet hat

Lübeck/Berlin - Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat nach dem Protest von Schriftstellern gegen die NSA-Überwachungspraxis die deutsche Kanzlerin Angela Merkel scharf kritisiert. "Bis heute haben sie keine Antwort von der Bundeskanzlerin. In diesem Schweigen drückt sich eine skandalöse Missachtung der Autoren und ihrer Unterstützer aus", sagte Grass dem Magazin "Focus".

Ein jüngerer Grass würde Zelt vor dem Kanzleramt aufschlagen

"Wenn ich jünger wäre, würde ich ein Zelt aufschlagen vor dem Bundeskanzleramt und warten, bis ich eine Antwort bekomme", sagte der 86-jährige Schriftsteller. Eine Gruppe von Autoren um Juli Zeh und Ilija Trojanow hatte vor einem Jahr einen Protestbrief gegen das Vorgehen des US-Geheimdienstes NSA formuliert, den mehr als 67.000 Menschen im Internet unterschrieben haben.

"Man darf sich von der Missachtung der Kanzlerin nicht enttäuschen lassen", sagte Grass. "Sie versucht gern, Dinge auszusitzen. Man muss jetzt weiterbohren und auf der Beantwortung des Briefes bestehen, was Juli Zeh mit einem erneuten Brief auch getan hat." (APA/dpa, 29. 6. 2014)


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