Grüne Bildungssprecher fordern mehr Schulautonomie 

29. Juni 2014, 13:29
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Gemeinsamer Forderungskatalog verabschiedet 

Wien - Die Grünen Bildungssprecher der einzelnen Bundesländer verlangen einen Ausbau der Schulautonomie sowie eine auf einem Index basierende Mittelzuteilung an die Schulen. Kritik übten sie bei einer gemeinsamen Tagung unter anderem an der flächendeckenden Einführung der Neuen Mittelschule sowie der ungleichen Förderung von Privatschulen, hieß es in einer Aussendung am Sonntag.

"Bund und Länder blockieren sich"

Die größte Verunsicherung orten die Grünen Bildungspolitiker in den geplanten Sparmaßnahmen: Niemand wisse derzeit, wo genau es weniger Geld geben werde: "Derzeit blockieren sich Bund und Länder gegenseitig, einen sinnvollen Ausweg sehen die Grünen in einer weitgehenden Schulautonomie", so Nationalrats-Bildungssprecher Harald Walser.

Die flächendeckende Einführung der Neuen Mittelschule sei ein Fehler gewesen, meinen die Grünen. "Teamteaching findet in der Realität bei weitem nicht flächendeckend statt und fällt zunehmend den Einsparungsmaßnahmen zum Opfer. Ein Ausweg kann nur die Gemeinsame Schule aller 6- bis 14-jährigen Kinder sein", sagte der Tiroler Abgeordnete Ahmet Demir.

Eine weitere Baustelle sehen die Grünen in den schleppenden Vorbereitungen der modularen Oberstufe: Hier würden ähnliche Pannen wie bei der Zentralmatura drohen. Daneben wollen sie sich in den kommenden Monaten einer Neuregelung der Ferienordnung, Initiativen zur Sprachförderung und der Einführung von Sprachzertifikaten für Lehrkräfte mit migrantischem Hintergrund widmen.

Walser für Ombudsstellen

Im "Ö1-Morgenjournal" plädierte Walser außerdem für die Einrichtung von Schul-Ombudsstellen in allen Bundesländern. Diese sollten ähnlich wie die Beschwerdekommission im Bundesheer oder der Patientenanwalt für Schüler, Eltern und Lehrer da sein und Zugriff auf Informationen haben sowie dem Parlament über Missstände im Schulwesen berichten. (APA/red, 29.6.2014)

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