Deutsche filmte jahrelang Missbrauch der eigenen Tochter

30. Juni 2014, 11:18
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Frau sagt, sie sei ihrem Lebensgefährten hörig gewesen

Hildesheim - Eine Mutter aus dem Landkreis Hildesheim soll jahrelang gefilmt haben, wie ihr Lebensgefährte ihre kleine Tochter sexuell missbraucht hat. Am Montag startete im Landgericht Hildesheim der Prozess gegen das Paar. Die 36-Jährige und der 47 Jahre alte Angeklagte sitzen seit Februar wegen schweren sexuellen Missbrauchs in Untersuchungshaft.

Zum Prozessstart wurde die Öffentlichkeit vom gesamten Verfahren ausgeschlossen, um die Intimsphäre des Opfers zu wahren, das inzwischen 14 Jahre alt ist.

Die Frau habe ein Geständnis abgelegt, teilte die Staatsanwaltschaft bereits am Sonntag mit. Der Mann berufe sich auf alkoholbedingte Erinnerungslücken. Das Opfer war zu Beginn der Straftaten fünf Jahre alt, die Übergriffe ereigneten sich von 2005 bis 2013.

Frau an Aufnahmen der Taten beteiligt

Gegen den Mann war laut Staatsanwaltschaft zunächst wegen des Verdachts auf Besitz von kinderpornografischen Schriften ermittelt worden. Bei einer Durchsuchung habe die Polizei dann auch Datenträger sichergestellt, auf denen der sexuelle Missbrauch des Mädchens zu sehen war. Dem 47-Jährigen wird zudem vorgeworfen, über Internettauschbörsen kinder- und jugendpornografische Schriften erworben und teilweise auch weiterverbreitet zu haben. Auf seinem PC sollen mehr als 3.000 solcher Bild- und Videodateien gefunden worden sein.

Nach den bisherigen Ermittlungen machte die Mutter von 2005 bis 2007 in sieben Fällen Aufnahmen davon, wie ihr Lebensgefährte das Mädchen im heimischen Schlafzimmer sexuell missbrauchte. Im Hintergrund sei die Stimme der Frau zu hören, hieß es. Sie habe Handlungsanweisungen gegeben.

Zum Motiv habe die Frau erklärt, sie sei ihrem Lebensgefährten hörig. Zu welchen Zwecken das Paar die Aufnahmen genutzt hat, sei noch unklar, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. In der Wohnung lebten außer dem missbrauchten Mädchen noch drei weitere Kinder. Alle vier befinden sich in der Obhut der Jugendbehörden. (APA, 29./30.6.2014)

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