Signal an Chinas Präsident Xi: Nordkorea feuerte Raketen ins Meer

29. Juni 2014, 10:03
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Panama ließ Offiziere von nordkoreanischem Waffenfrachter frei

Seoul/Panama-Stadt - Vor dem Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Seoul hat Nordkorea zwei weitere Raketen abgefeuert, die vor der Küste im Meer landeten. Wie das südkoreanische Verteidigungsministerium mitteilte, stiegen die Raketen am Sonntagmorgen gegen 05.00 Uhr unweit der nordkoreanischen Küste auf.

Es handelte sich demnach um Scud-Raketen mit einer Reichweite bis zu 500 Kilometern. Japan protestierte gegen den Test. Experten sehen in dem neuen Raketenstart eine Warnung vor dem Besuch Xis in Südkorea, der am Donnerstag und Freitag in Seoul erwartet wird. China ist der wichtigste Verbündete des stalinistisch geführten Nordkorea, doch mehrten sich zuletzt die Anzeichen, dass Peking unglücklich über die konfrontative Politik Pjöngjangs ist. Seit seinem Amtsantritt reiste Xi bisher nicht nach Pjöngjang.

Japan: "Ernster Protest"

Erst am Donnerstag hatte Nordkorea nach eigenen Angaben erfolgreich eine neue ferngelenkte Rakete getestet. Der Flug der "hochpräzisen" Rakete sei ein "Meilenstein" für die Streitkräfte des kommunistischen Landes, vermeldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Freitag. Nord- und Südkorea befinden sich formal im Kriegszustand, weil nach dem Koreakrieg (1950-53) kein Friedensvertrag geschlossen wurde.

Japan übermittelte nach dem neuen Raketenstart seinen "ernsten Protest" an Nordkorea, wie Außenminister Fumio Kishida am Sonntag vor Journalisten sagte. Experten sehen in dem jüngsten Test indes weniger ein Signal an Tokio als an Peking und Seoul. Xi und seine südkoreanische Kollegin Park Geun-hye werden bei ihrem Treffen mutmaßlich auch über das Atomwaffenprogramm Pjöngjangs reden.

Drei Offiziere in Panama entlassen

Der Norden wolle nun erreichen, "dass die Kritik der Präsidenten nicht zu harsch ausfällt", sagte der Analyst Shin In-kyun aus Seoul. Das ohnehin international weitgehend isolierte Nordkorea hatte sich im Februar 2013 durch seinen dritten Atomwaffentest noch weiter ins Abseits manövriert. Auch Peking hatte damals einer Verurteilung durch den UNO-Sicherheitsrat zugestimmt.

Nach fast einem Jahr entließ Panama unterdessen die verbliebenen drei Offiziere des nordkoreanischen Waffenfrachters "Chong Chon Gang" aus der Untersuchungshaft. Ein Richter in Colon sprach den Kapitän, den Ersten Offizier und den Politsekretär des Schiffes am Freitag vom Vorwurf des Verstoßes gegen die öffentliche Sicherheit frei, berichtete die Zeitung "La Prensa". Der Fall entziehe sich der panamaischen Rechtsprechung, wurde argumentiert.

Die "Chong Chon Gang" war im Juli vergangenen Jahres an der Einfahrt zum Panama-Kanal gestoppt worden. An Bord wurde schweres Kriegsgerät aus Kuba entdeckt. Waffenlieferungen nach Nordkorea sind nach einer Resolution der Vereinten Nationen verboten. Die 32 Matrosen des Schiffs waren bereits Ende Jänner freigelassen worden. (APA, 29.6.2014)

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