FC Bayern, quasi der 17. Achtelfinalist

27. Juni 2014, 16:52
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Nach 48 von 64 Spielen steuert die Weltmeisterschaft in Brasilien zwar nicht Rekorde, aber doch positive Entwicklungen bei Toren und Besucherzahlen an. Die Zusammensetzung des Achtelfinales ist interessant, aber aus europäischer Sicht nicht ungewöhnlich

Rio de Janeiro - Der FC Bayern stellt in der Runde der letzten 16 quasi eine ganze Mannschaft. Zwölf Spieler der Münchner haben das Achtelfinale erreicht, da kann kein anderer Klub der Welt mithalten. Der SSC Napoli belegt mit neun Achtelfinalisten Rang zwei, mit je sieben Dritte sind Arsenal, Chelsea und Paris St. Germain. Und auch bei den Torschützen nach Vereinen sind die Bayern in Front - Thomas Müller (4), Arjen Robben, Xherdan Shaqiri (3), Mario Mandzukic (2) und Mario Götze (1) stechen mit zusammen 13 Treffern das Trio von Barcelona aus. Neymar, Lionel Messi (je 4) und Alexis Sanchez (1) kamen zusammen auf bisher neun Tore.

Bemerkenswerte Zahlen lassen sich allerdings viele finden:

  • 2.454.377 Menschen sahen die ersten 48 Partien in den Stadien. Der Schnitt lag bei 51.133 Zusehern pro Match. 2010 in Südafrika waren es nach allen 64 Partien 3.178.856 Zuschauer, im Schnitt also 49.670. Am meisten Zuschauer pro Partie kamen 1994 in den USA - 68.991.

  • 1792 Pässe - 85 Prozent - kamen innerhalb des deutschen Teams an. Keine andere Mannschaft erreichte diesen Wert.

  • 136 Tore fielen in der Vorrunde insgesamt. Im Schnitt bedeutet das 2,83 Treffer pro Spiel - so viele wie seit 44 Jahren nicht. Das Ergebnis der WM 1970 in Mexiko, bei der im Schnitt 2,97 Tore fielen, könnte noch verbessert werden. Am treffsichersten zeigten sich bisher die Niederländer mit zehn Treffern.

  • 69 Fouls einer Mannschaft sind nach je drei Spielen der Spitzenwert. Auch hier waren die Niederländer quasi am treffsichersten.

  • 34 Tore fielen in der Vorrunde nach Standardsituationen, also rund 25 Prozent. Einen ähnlichen Wert hatte auch das Turnier vor vier Jahren in Südafrika (25,5 Prozent). In Brasilien war der zwischenzeitliche Wert nach 17 Spielen sogar deutlich höher, bei 33 Prozent, gelegen.

  • 30 Sekunden brauchte US-Stürmer Clint Dempsey, um sich gegen Ghana mit dem fünftschnellsten Tor der WM-Historie einen Platz in den Büchern zu sichern. Rekordinhaber Hakan Sükür aus der Türkei benötigte 2002 nur elf Sekunden für seinen Treffer gegen Südkorea.

  • 24 Tore erzielten eingewechselte Spieler. Damit haben die Joker in der Vorrunde schon häufiger getroffen als während der gesamten Endrunde in Südafrika, die in 64 Spielen 15 Tore durch Einwechselspieler erlebte. Besonders glückliche Händchen bewiesen der Niederländer Louis van Gaal, der Wahl-Schweizer Ottmar Hitzfeld und der Belgier Marc Wilmots mit je drei eingewechselten Torschützen.

  • 6 europäische Mannschaften stehen im Achtelfinale, so viele wie 2010 in Südafrika. 2006 in Deutschland waren es noch zehn.

  • 2 Neulinge erreichten das Achtelfinale, Griechenland und Algerien, das also zu 50 Prozent dafür verantwortlich zeichnet, dass erstmals zwei afrikanische Mannschaften die Runde der letzten 16 erreichten.

  • 0 Erstmals seit der Endrunde 1998 in Frankreich steht keine Mannschaft des asiatischen Kontinentalverbandes im Achtelfinale. 2006 rettete allerdings Australien, erst seit dem Jahr davor in der asiatischen Konföderation beheimatet, diese Bilanz.

  • 0 Die WM in Brasilien kam bislang ohne Dopingfall aus. Nach jedem Spiel müssen zwei Spieler pro Mannschaft zur Dopingkontrolle. Zudem wurden bei allen entweder im Vorfeld oder während des Turniers Blut- und Urintests durchgeführt, um einen biologischen Pass zu erstellen. Weil es in Südamerika kein akkreditiertes Anti-Doping-Labor gibt, lässt der Weltverband die Proben nach Lausanne fliegen. (sid, red, DER STANDARD, 28.6.2014)
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