Vorläufiges Happy End für Wiener Amerlinghaus

1. Juli 2014, 16:06
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Kommunikationsschwierigkeiten und Missverständnisse um Jahressubvention - Verein will künftig mehr Anerkennung und Planungssicherheit

Wien - Kommunikation scheint nicht die Stärke der in den Kulturverein Spittelberg Involvierten zu sein. Im Amerlinghaus spricht man davon, dass "Spielchen getrieben werden", im Büro des zuständigen Wiener Stadtrates Christian Oxonitsch (SPÖ) ist man um die Gebarung des Vereins besorgt und in der Magistratsabteilung für Bildung und außerschulische Jugendbetreuung (MA 13) will man das Wort Kürzung gar nicht verwenden - es habe sich um eine "Aufteilung" der Jahressubvention gehandelt.

Die Meinungen sind geteilt, die Ängste der Betreiber des Kulturzentrums aber vorerst zerstreut: Der ausständige Teil der Jahressubvention (132.000 Euro) wurde vergangene Woche im Gemeinderat beschlossen - die offizielle Zusage aus dem Büro von Stadtrat Oxonitsch erfolgte im Mai. Dem Kulturzentrum stehen für 2014 also wieder insgesamt 245.000 Euro zur Verfügung.

Jahresmiete direkt an die Verwaltung

Noch im Frühjahr hatte es so ausgesehen, als müsste das Amerlinghaus heuer mit deutlich weniger Mittel auskommen als in den Vorjahren. Ende April beschloss der Gemeinderat eine Subvention von nur 113.000 Euro, wobei 60.000 Euro davon als Jahresmiete direkt an den Hausverwalter Gesiba überwiesen wurden. Diese Kürzung sorgte für einen Aufschrei seitens des Vereins. Man wäre gezwungen, den Betrieb einzustellen, hieß es damals.

Es folgten Proteste und ein unangekündigter Besuch im Büro von Stadtrat Oxonitsch. Erst nach "massiver Öffentlichkeitsarbeit" vom Kulturzentrum, sei eine Entscheidung gefällt worden, sagt Amerlinghaus-Projektkoordinatorin Lisa Grösel im Gespräch mit derStandard.at.

Aufteilung, keine Kürzung

In der MA 13 sieht man das anders. Eine Kürzung sei niemals im Raum gestanden, sagt Leiterin Brigitte Bauer-Sebek im derStandard.at-Gespräch. Es sei immer kommuniziert worden, dass es sich um eine Aufteilung der Subvention handle. Die genaue Summe der zweiten Tranche sei dem Verein aber erst mit der offiziellen Zusage im Mai mitgeteilt worden.

Misswirtschaft will man dem Kulturzentrum in der MA 13 nicht vorwerfen. Ein Sprecher von Stadtrat Oxonitsch sagt aber, man habe - nach Beschluss der ersten Summe von 113.000 Euro - die Gebarung für 2013 abwarten wollen, bevor man dem Verein auch die zweite Tranche zusagt. In Zukunft werde man die Jahressubvention auch wieder auf einmal ausbezahlen, solange die Buchführung in Ordnung sei und rechtzeitig vorgelegt werde, sagt der Sprecher.

Sichtbarer in der Öffentlichkeit

Im Amerlinghaus sei man "sehr froh" darüber, dass nun doch die gesamte Unterstützung ausbezahlt wird, sagt Lisa Grösel. Damit setze die Stadt ein gutes Zeichen. Immerhin leiste der Kulturverein "wichtige Arbeit für die Kultur der Stadt". Das wolle man in Zukunft in der Öffentlichkeit sichtbarer machen und sich um mehr Anerkennung bemühen.

Die ursprünglich von der MA 13 geforderte Kürzung der finanziellen Mittel habe im Verein für "Beunruhigung" gesorgt, sagt Grösel. Eine weitere Auszahlung für 2014 sei zwar im Raum gestanden, ohne fixe Zusage habe man aber nicht gewusst, wie es weitergehen soll. Mehr Planungssicherheit sei deshalb ein zentraler Wunsch für die nächsten Jahre. (Christa Minkin, derStandard.at, 1.7.2014)

  • Dem Kulturzentrum stehen für 2014 wieder insgesamt 245.000 Euro zur Verfügung.
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    Dem Kulturzentrum stehen für 2014 wieder insgesamt 245.000 Euro zur Verfügung.

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