Manu Chao: Tanz den Antiglobalisierungsprotest

27. Juni 2014, 19:05
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Der vielsprachige Sänger tritt mit dem Trio La Ventura am Sonntag in Wiesen auf

Einst kolonialisierten spanische Konquistadoren den amerikanischen Kontinent mit Schwertern und Kreuz. Nicht alle indigenen Ureinwohner wurden niedergemetzelt, mit den Überlebenden vermischten sich die europäischen Eroberer. Die Nachfahren werden Mestizen genannt, diesen Ausdruck griff die zeitgenössische Popkultur auf, um den Mix aus Latino-Musikstilen mit Pop, Ska, Reggae, Elektronik und Punk zu charakterisieren. Hauptvertreter dieser Soundbastarde ist der 1961 geborene José-Manuel Thomas Arthur Chao - Künstlername: Manu Chao, der derzeit einige Gigs in Europa spielt.

Der Sohn baskisch-galicischer Eltern, die als linke Republikaner vor dem Franco-Faschismus in die Pariser Vorstadt flüchteten, begeisterte sich in den 1980ern für Bob-Marley-Reggae, Clash-Punk sowie den kraftvoll-rotzigen R&B von Dr. Feelgood. Mit der stilprägenden Combo Manu Negra, die neben Punk und Reggae auch Rap, Rai und Flamenco in ihren Sound integrierte, erwarb sich Chao den Ruf als Rebell mit gutem Grund, der auch ungewöhnliche Orte wie die Rotlichthäuser von Pigalle bespielte. Als antikapitalistischer Pin-up-Boy und Attac-Mitglied kommentiert Chao seither nahezu jede Ungerechtigkeit in der Welt. Er ist Kumpel des mexikanischen Zapatistenführers Subcomandante Marcos, aber bei allen kommerziellen Erfolgen auch immer authentisch geblieben.

Der Wiesen-Auftritt des vielsprachigen Sängers mit dem Trio La Ventura ist bereits ausverkauft, wer keine Retourkarten ergattern und demnächst nicht nach Spanien reisen kann, dem bleibt die nächste Show im tschechischen Hradec Králové am 3. Juli beim Open-Air-Festival Rock For People. (dog, DER STANDARD, 28.6.2014)

29. 6.: Wiesen, Ottakringer Arena, 19.00

www.wiesen.at

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