Italienischer Hafen soll syrische Chemiewaffen zwischenlagern

27. Juni 2014, 14:40
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Operation am Mittwoch in Gioia Tauro geplant

Rom/Damaskus - Die geplante Beseitigung der syrischen Chemiewaffen beschäftigt jetzt auch Italien. Wie Italiens Außenministerin Federica Mogherini mitteilte, sollen im italienische Hafen Gioia Tauro im südlichen Kalabrien am kommenden Mittwoch vorübergehend gefährliche chemische Stoffe aus Syrien zwischengelagert werden.

Die Kampfstoffe, die sich in etwa 60 Containern befinden, sollen laut der Ministerin in Gioia Tauro von einem dänischen Frachtschiff auf das US-Schiff "MV Cape Ray" umgeladen werden und sollen im Mittelmeer neutralisiert werden. Eine Lagerung an Land sei nicht vorgesehen, erklärte die Ministerin am Freitag. Der Hafen Gioia Tauros sei gewählt worden, weil er den modernsten Standards in punkto Umweltschutz entspreche und für den Umgang mit chemischen Stoffen geeignet sei, teilte die Regierung mit.

Angst um öffentliche Gesundheit

Gioia Tauro sei ein strategischer Hafen in Italien und Europa. Die Regierung werde die Sicherheit der Operation voll garantieren. Der Bürgermeister der Stadt Gioia Tauro, Renato Bellofiore, hatte gegen die geplante Operation mit der Begründung protestiert, die öffentliche Gesundheit sei gefährdet.

Syrien hatte vor neun Monaten unter starkem internationalen Druck der Vernichtung seiner Chemiewaffen zugestimmt. Nach einem Giftgasangriff auf einen Vorort von Damaskus im vergangenen August, bei dem über 1.400 Menschen getötet sein sollen, hatten die USA mit Luftangriffen gedroht. Nach der Einigung Russlands und der USA verpflichtete der UN-Sicherheitsrat Syrien, seine Kampfstoffe unter internationaler Kontrolle bis zum 30. Juni zu vernichten. (APA, 27.6.2014)

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