Mehr Exporte und weniger Importe im Vorjahr

27. Juni 2014, 12:29
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Die Einfuhren aus Russland sind eingebrochen, in Summe ist das Defizit im Außenhandel spürbar gesunken

Wien - Österreichs Defizit im Außenhandel hat sich im Vorjahr von 8,4 auf 4,9 Mrd. Euro fast halbiert. Grund dafür waren um 1,0 Prozent auf 130,7 Mrd. Euro gesunkene Einfuhren und um 1,8 Prozent auf 125,8 Mrd. Euro gestiegene Ausfuhren, geht aus Freitag, veröffentlichten endgültigen Zahlen der Statistik Austria hervor. In Summe ist die Leistungsbilanz Österreichs aber positiv, in den Außenhandelszahlen stecken nämlich nur Güter. Durch den Tourismus, der zu den Dienstleistungen zählt, kommt Österreich dann in die schwarzen Zahlen.

Sowohl aus der EU als auch aus Drittstaaten wurden im Vorjahr weniger Waren importiert und mehr exportiert. Die Einfuhren aus den 28 EU-Ländern gingen um 0,7 Prozent auf 93,2 Mrd. Euro zurück, aus den Drittstaaten um 1,7 Prozent auf 37,5 Mrd. Euro. Die Lieferungen in die EU stiegen um 1,6 Prozent auf 86,7 Mrd. Euro, in die Drittstaaten um 2,4 Prozent auf 39,1 Mrd. Euro. Das Handelsbilanzdefizit mit der EU verringerte sich somit um 1,98 auf 6,43 Mrd. Euro, im Handel mit den Drittstaaten ergab sich aber ein Überschuss von 1,54 Mrd. Euro.

Deutschland wichtigster Handelspartner

Rund ein Drittel des Außenhandels entfiel im Vorjahr auf "Maschinen und Fahrzeuge" mit Zuwächsen in beiden Handelsrichtungen - um 2,8 Prozent bei den Einfuhren und 4,9 Prozent bei den Ausfuhren. "Andere Transportmittel", "Straßenfahrzeuge" und "Nachrichtengeräte" waren darunter ausfuhrseitig die Treiber.

Einen gegenläufigen Trend gab es bei der zweitwichtigsten Produktgruppe "Bearbeitete Waren", mit Rückgängen von 2,3 Prozent in beiden Handelsrichtungen. "Chemische Erzeugnisse" und "Sonstige Fertigwaren" hatten Zuwächse, letztere stiegen ausfuhrseitig um 5,6 Prozent. Auf die genannten vier Produktgruppen entfielen rund 75 Prozent der nach Österreich eingeführten und 85 Prozent der ausgeführten Waren.

Wichtigster Handelspartner war Deutschland mit einem Anteil von 37,5 Prozent bei den Importen und 30,1 Prozent bei den Exporten. Italien, Schweiz und China folgten mit Abstand bei den Importen, bei den Ausfuhren reihten sich hinter Deutschland Italien, die USA und die Schweiz. Auf die 15 wichtigsten Handelspartner Österreichs entfielen 81,1 Prozent der Einfuhren und 76,7 Prozent der Ausfuhren, auf die fünf wichtigsten Partnerländer jeweils sogar mehr als die Hälfte.

Russland-Importe brechen ein

Stark gestiegen sind die Importe aus Tschechien (+7,5 Prozent), Spanien (+5,3 Prozent) und den USA (+5,0 Prozent), aus Russland gingen sie dagegen um 22,1 Prozent kräftig zurück. Bei den Ausfuhren gab es die größten prozentuellen Zuwächse nach Slowenien (+9,2 Prozent) und Russland (+9,0 Prozent), in die Slowakei reduzierten sie sich dagegen um 5,7 Prozent.

Das Fußball-WM-Gastgeberland Brasilien lag 2013 mit einem Importanteil von 0,3 Prozent auf Rang 41 und nahm exportseitig mit einem Anteil von 0,7 Prozent den Rang 24 ein. Brasilien war sowohl einfuhr- als auch ausfuhrseitig Österreichs bedeutendster Handelspartner in Südamerika. Waren im Wert von insgesamt 0,85 Mrd. Euro wurden nach Brasilien exportiert - über 45 Prozent davon entfielen auf Maschinen und Fahrzeuge. (APA, 27.6.2014)

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