Rebellenangriff auf Flughafen im Jemen

26. Juni 2014, 17:49
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Drei Soldaten und mindestens sechs Aufständische getötet

Sanaa - Mutmaßliche Al-Kaida-Kämpfer haben am Donnerstag den Flughafen der jemenitischen Stadt Seiyun angegriffen und drei Soldaten getötet. Die Angreifer hätten Teile des Flughafens, darunter den Kontrollturm, in ihre Gewalt gebracht, teilten Behördenvertreter mit. Bei der Rückeroberung durch die Armee wurden demnach mindestens sechs Aufständische getötet und Geiseln befreit.

Vier Aufständische seien festgenommen worden, andere hätten fliehen können. Ein Armeesprecher sagte, der Angriff habe stattgefunden, als gerade eine Passagiermaschine von Jemen Airways landete. Danach hatte es Schusswechsel gegeben. Die Armee zog für das Gefecht gepanzerte Fahrzeuge zusammen, die Passagiere wurden mit Militärbussen außerhalb des Flughafengeländes gebracht.

Alarmzustand

Seiyun ist die zweitgrößte Stadt der südostjemenitischen Provinz Hadramaut. Sie liegt im Hadramaut-Tal, das als Hochburg der Organisation Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) gilt. Am 24. Mai waren bei einem massiven Angriff von Islamisten auf Armee- und Polizeistützpunkte sowie öffentliche Gebäude in Seiyun 15 Mitglieder der Sicherheitskräfte und zahlreiche Rebellen getötet worden.

Präsident Abdrabuh Mansur Hadi ersetzte daraufhin den Armeekommandanten von Seiyun, General Mohammed Somali, durch einen seiner Getreuen, General Ahmed Ali Hadi. Der Präsident rief landesweit den Alarmzustand aus. Die Armee geht im Südjemen seit Ende April gegen die islamistischen Aufständischen vor. Bei dem Einsatz, mit dem die Rebellen aus den Provinzen Shabwa und Abyan vertrieben werden sollen, wurden bisher nach amtlichen Angaben mehr als 500 Aufständische und 40 Soldaten getötet.

AQAP hatte im Frühjahr 2011 die Schwäche der Regierung des damaligen langjährigen Staatschefs Ali Abdallah Saleh genutzt, um weite Gebiete im Süden unter ihre Kontrolle zu bringen. Bei einer Militäroffensive wurde die Gruppe im Jahr 2012 aus den Städten vertrieben, doch bleibt sie weiter aktiv und verübt regelmäßig Anschläge. Dieses Jahr waren ihre mutmaßlichen Stellungen zunehmend das Ziel von Drohnenattacken. Präsident Hadi und die US-Regierung unterstützen die Drohnenangriffe. Von Menschenrechtsorganisationen werden sie heftig kritisiert, weil ihnen immer mehr Zivilisten zum Opfer fallen. (APA, 26.6.2014)

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