Ghana schickt Boateng und Muntari heim

26. Juni 2014, 16:08
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Boateng soll Teamchef beleidigt, Muntari Verbandsfunktionär attackiert haben - Prämien kamen in Geldkoffern

Für Ghanas Stars Kevin-Prince Boateng und Sulley Muntari ist die WM in Brasilien schon vor dem abschließenden Gruppenspiel am Donnerstagabend (18.00 Uhr MESZ) in Brasilia gegen Portugal zu Ende gegangen. Ghanas Verband (GFA) suspendierte die beiden Profis wegen indiskutablen Verhaltens. Schalke-Legionär Boateng soll Teamchef Kwesi Appiah beleidigt haben, bestreitet dies aber.

Boateng habe sich beim Training "vulgäre verbale Beleidigungen" gegen den Trainer geleistet, gab die GFA in einer Stellungnahme bekannt. Zudem habe der 27-Jährige nach dem Vorfall keine Reue gezeigt. Boateng wies die Vorwürfe zurück. Er akzeptiere die Suspendierung zwar, "nur sollte keiner glauben, dass ich den Trainer beleidigt hätte oder mir etwas zuschulden kommen ließ", sagte der streitbare Profi in der Onlineausgabe der deutschen Zeitschrift "Sport Bild".

Laut Boateng habe sich beim Training am Mittwoch im Teamcamp in Maceio ein spaßiger Vorfall mit AC-Milan-Legionär Muntari ereignet, den Appiah falsch verstanden hätte. Der Teamchef habe ihn in die Kabine geschickt und später bei einem Vier-Augen-Gespräch angeschrien. "Er beleidigte mich auch", sagte Boateng. Es seien auch Schimpfwörter gefallen.

"Grundlos körperlich attackiert" 

Muntari wurde heimgeschickt, weil er laut GFA am Dienstag einen Verbandsfunktionär "grundlos körperlich attackiert" haben soll. Für das abschließende Gruppenspiel der Westafrikaner gegen Portugal wäre der 29-jährige Defensivabräumer ohnehin gelbgesperrt gewesen. Nun kann er auch in einem allfälligen Achtelfinale nicht mehr eingreifen.

Beide von den Sanktionen betroffenen Profis galten in Ghanas Team als starke Charaktere, die Appiahs Aufstellung und taktische Vorgaben intern während der WM häufiger hinterfragt hatten. Muntari war dennoch unumstrittener Stammspieler, während Boateng nach seiner späten Einwechselung zum WM-Auftakt gegen die USA (1:2) offen sein Unverständnis über Appiahs Entscheidung geäußert hatte.

Nach dem Spiel sprach Boateng seinem Coach in Interviews sogar recht offen die Fußballkenntnis ab, in den Trainingseinheiten danach präsentierte sich der Deutschland-Legionär widerspenstig und lustlos. Immerhin wurden seine Kollegen am Donnerstag noch vor dem Portugal-Spiel zufriedengestellt. Ins Teamhotel wurden Geldkoffer getragen, in denen sich mit eineinhalbwöchiger Verspätung die Antrittsprämien befunden haben sollen.

In den vergangenen Tagen war heftig über die ausständigen Zahlungen diskutiert worden. Die Spieler erwirkten zwischenzeitlich sogar einen Trainingsboykott. Nun sollen sie das Geld auf eigenen Wunsch in bar erhalten haben. 75.000 US-Dollar (55.100 Euro) waren jedem Profi versprochen worden. Laut Medienberichten sollen die Kicker nun sogar jeweils 100.000 US-Dollar bekommen. (APA, 26.6.2014)

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