Deutsche Behörden bauen nach NSA-Affäre Kommunikationsnetz um

26. Juni 2014, 15:40
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Zusammenarbeit mit dem US-Konzern Verizon wird beendet

Als Konsequenz aus der NSA-Abhöraffäre bauen deutsche Behörden seine Telefon- und Internetkommunikation um und beendet die Zusammenarbeit mit dem US-Konzern Verizon. Der Vertrag mit dem amerikanischen Provider werde beendet, teilte ein Sprecher des Innenministeriums am Donnerstag in Berlin mit.

 Vertrag mit der Deutschen Telekom 

Verizon hat den Angaben zufolge bislang die Aufgabe, für Teile der Bundesverwaltung verschiedene Standorte miteinander zu vernetzen. Für andere, sensiblere Bereich bestehe schon jetzt ein Vertrag mit der Deutschen Telekom. Dieser umfasse etwa die Internet- und Telefonkommunikation zwischen den Bundesministerien und von Sicherheitsbehörden. Wunsch des Innenministeriums sei es, auch für den übrigen Teil des Netzes künftig mit der Telekom zu kooperieren, sagte der Sprecher. Dazu liege ein Angebot des Konzerns vor, der Vertrag sei aber noch nicht unterschrieben. Dafür müsse zunächst der Haushalt vom Parlament verabschiedet sein. Das Thema sei aber bereits im Haushaltsausschuss besprochen worden.

Hintergrund des Anbieterwechsels seien interne Prüfungen, erläuterte der Sprecher. Diese hätten ergeben, dass die Anforderungen an die Netzsicherheit nicht in ausreichender Weise erfüllt seien. Es sei unklar, inwieweit Verizon intern verpflichtet sei, Daten an den US-Geheimdienst NSA weiterzugeben.

Zusammenführung

"Die im Zuge der NSA-Affäre aufgezeigten Beziehungen von fremden Nachrichtendiensten und Firmen haben gezeigt, dass für die sicherheitskritische Kommunikationsinfrastruktur der Bundesregierung besonders hohe Anforderungen zu stellen sind", erklärte das Innenministerium. Die drei Netze des Bundes sollten allmählich zusammengeführt werden.

Nach den Enthüllungen des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden wird Verizon von US-Behörden zu einer umfassenden Information über Verbindungsdaten von Kunden gezwungen.

Für Aufsehen hatte vor wenigen Tagen gesorgt, dass auch der Bundestag einen Teil seiner eigenen Internet-Infrastruktur von dem US-Konzern betreiben lässt. (APA, 26.6. 2014)

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