Freiheit für Luis Suárez?

Umfrage25. Juni 2014, 23:55
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Sein Biss könnte für Suárez das Ende der WM 2014 in Brasilien bedeuten. Soll die FIFA Gnade walten lassen? Extra: Vier legendäre Skandalkicker und ihre Strafen

Wir hatten die lustigsten Fotomontagen, wir hatten auch Aufrufe zur Mäßigung. Was wir noch nicht hatten, war eine Umfrage unter Experten, also Ihnen, liebe Userschaft. Suarez hat beim letzten Gruppenspiel gegen Italien Giorgio Chiellini gebissen. In seiner Karriere war das schon der dritte Biss. Für den Ersten setzte es sechs Spiele Sperre, für den Zweiten derer zehn.

Um die Entscheidung zu erleichtern, Orientierung zu bieten und weil es lustig ist, haben wir ein paar Beispiele aus der Vergangenheit vorbereitet:

1990, Frank Rijkaard gegen Rudi Völler

WM-Achtelfinale in Italien, Deutschland gegen die Niederlande. Rudi Völler und Frank Rijkaard geraten aneinander, dabei spuckt der Zweitere dem Völler in die Locken. Der Schiedsrichter gibt später überraschend beiden Rot. Auf dem Weg in die Katakomben rotzt Rijkaard erneut in Richtung Völler. Ein Skandal! Die Folge: Drei Spiele Sperre für Rijkaard, Völler macht in einem Match Pause und ist danach wieder dabei, da die Deutschen die Niederländer mit 2:1 aus dem Turnier werfen.

1995, Eric Cantona gegen alle

Während eines Spiels gegen Crystal Palace brennen Cantona die Sicherungen durch, er tritt einen Gegenspieler und sieht glatt Rot vom Schiedsrichter. Auf dem Weg in die Kabine läuft ein Fan (später stellte sich heraus, dass er Fulham-Anhänger war) die Tribüne bis in die erste Reihe runter und beleidigt Cantona. Der Franzose nimmt Maß und langt in Kung-Fu-Manier mit dem Fuß über die Bande. Dem Tritt folgen noch zahlreiche Faustschläge. Die Folgen sind weitreichend: 4 Monate Sperre seitens seines Vereins, Manchester United, 8 Monate von der Liga und die FIFA erhöht auf "weltweit gesperrt". Weiters muss er 30.000 Pfund an Strafen zahlen und 120 Stunden Sozialdienst ableisten. Zum Tatzeitpunkt noch Kapitän, sollte er nie wieder ins französische Nationalteam einberufen werden.

1999, Robbie Fowler gegen die Fans und den Boulevard

Nach einigen vom britischen Boulevard im Vorfeld gepflegten Skandalen um seinen Lebensstil und angeblichen Provokationen seitens der Fans von Everton, die meinen, Fowler sei ein Drogensüchtiger, hat der Liverpooler nach einem verwandelten Elfer eine tolle Idee für den Torjubel: Runter auf den Boden und weg mit der "Line". Einige Zeit zuvor zeigt er einem Gegenspieler den Hintern, während dessen Frau und Kinder freien Blick darauf haben. Die Folgen: 60.000 Pfund Strafe vom Verein, 30.000 und 6 Spiele Sperre von der Liga.

2006, Zinedine Zidane gegen Marco Materazzi

Im Finale der Weltmeisterschaft 2006 gegen Italien trifft Zidane per Elfmeter, doch Italien gleicht aus und das Spiel geht in die Verlängerung. In Minute 109 geraten Marco Materazzi und Zidane aneinander, es fallen unschöne Worte, unter anderem über Zidanes Schwester, worauf dieser dem Rivalen einen Kopfstoß gegen die Brust verpasst. Materazzi fällt wie von einem Baseballschläger getroffen und Zinedine verlässt nach der roten Karte das Feld. Die FIFA brummt ihm dafür eine Strafe von drei Spielen auf. Das ist Zinedine jedoch egal, er verlängert auf lebenslang, beendet (wie bereits zuvor angekündigt) seine Karriere und macht stattdessen freiwillig Sozialdienst mit Jugendlichen. Die 7.500 Schweizer Franken zusätzliche Strafe zahlt er aus der Portokassa.

Und Jetzt Sie! (jaz, derStandard.at, 25.6.2014) 

  • Hätte Völler damals auch diese linke Schaufel geben können, ist aber ein Gentleman: Rijkaard.
    foto: epa/albir

    Hätte Völler damals auch diese linke Schaufel geben können, ist aber ein Gentleman: Rijkaard.

  • Im ersten Spiel nach seiner langen Sperre ganz der Alte: Eric Cantona.
    foto: kendall

    Im ersten Spiel nach seiner langen Sperre ganz der Alte: Eric Cantona.

  • Die Linie des Anstoßes: Robbie Fowler feiert sehr hart.
    foto: epa/sky

    Die Linie des Anstoßes: Robbie Fowler feiert sehr hart.

  • Zidanes letzte Aktion im Nationalteam: Glatze polieren mit Seide aus Italien.
    foto: ap/abc

    Zidanes letzte Aktion im Nationalteam: Glatze polieren mit Seide aus Italien.

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