Bereits 900 Zivilisten getötet

25. Juni 2014, 20:05
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Welternährungsprogramm: Halbe Million Flüchtlinge

Bagdad - Im Irak sind seit Beginn der Offensive der Islamisten vor gut zwei Wochen nach Angaben der Vereinten Nationen etwa 900 Zivilisten getötet worden. "Es ist extrem schwierig, aus den umkämpften Gebieten zuverlässige Informationen zu bekommen. Aber wir müssen von mindestens 900 getöteten und 650 verletzten Zivilisten seit dem 5. Juni ausgehen", sagte der UN-Sondergesandte Nikolaj Mladenow am Mittwoch.

Mladenow meldete sich per Videoschaltung aus Bagdad in New York. Insgesamt gehe er von 1300 Toten und fast ebenso vielen Verletzten aus. Er sagte, das "Problem muss militärisch angegangen werden".

Flüchtlinge

Der Vormarsch der sunnitischen ISIS-Milizen im Irak hat nach Schätzungen des Ernährungsprogramms der Vereinten Nationen zudem allein während der letzten Tage eine halbe Million Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Die Exekutivdirektorin des Welternährungsprogramms (WFP), Ertharin Cousin, erklärte am Mittwoch nach einer zweitägigen Reise ins Krisengebiet, viele lebten unter schwersten Bedingungen und humanitäre Helfer könnten sie kaum erreichen.

Im Transitcamp Kalak, zwischen Mossul und Erbil (Arbil) gelegen, traf Cousin vertriebene Familien, von denen viele in sengender Hitze noch auf einen Unterschlupf warteten. Zusätzlich zu der jüngsten Welle der Vertreibung in der Region Mossul hilft WFP bereits 240 000 Irakern, die vor Konflikten in der irakischen Region Anbar geflohen sind, ebenso wie 100 000 syrischen Flüchtlinge, die im Irak Zuflucht suchen.  (APA, 25.6.2014)

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