Massenfestnahmen nach Angriff auf Passagierflugzeug in Pakistan

25. Juni 2014, 19:15
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Armee setzt Offensive gegen Taliban fort

Peshawar - Nach dem Beschuss eines Passagierflugzeugs im unruhigen Nordwesten Pakistans sind mehr als 200 Verdächtige festgenommen worden. Die Fahndung nach den Tätern dauere an, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Massenfestnahmen nach Anschlägen sind in Pakistan keine Seltenheit. Die meisten Verdächtigen werden in der Regel nach kurzer Zeit wieder freigelassen.

Der in Saudi-Arabien gestartete Airbus vom Typ A310 war am Dienstagabend beim Landeanflug auf den Flughafen der Stadt Peshawar beschossen worden. Eine Passagierin wurde tödlich getroffen, zwei Besatzungsmitglieder wurden verletzt. Die Fluglinie Emirates aus Dubai strich als Reaktion auf den Angriff alle Verbindungen nach Peshawar, während die Flüge von Air Arabia und Ethihad Airways in die Hauptstadt Islamabad umgeleitet wurden. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat, im Verdacht standen aber radikalislamische Taliban.

Offensive fortgesetzt

Peshawar ist die Hauptstadt der Provinz Khyber Pakhtunkhwa. Sie grenzt an die halbautonomen Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan, die als Hochburg des Terrornetzwerks Al-Kaida und anderer radikalislamischer Gruppen, etwa der Taliban, gelten.

Die Armee setzte am Mittwoch ihre Offensive gegen die Taliban fort. Bei den Angriffen der Luftwaffe auf Stellungen der Extremisten in der Unruheregion Nord-Waziristan wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen 15 mutmaßliche Taliban-Kämpfer getötet und sieben weitere verletzt. Seit dem Beginn der Militäroperation vor elf Tagen flohen 470.000 Menschen aus der Region.

Die pakistanische Armee steht seit dem Angriff der Gruppe Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) auf den Flughafen von Karachi unter Druck. Bei dem Attentat, an dem vor einer Woche nach Angaben der Taliban auch usbekische Extremisten beteiligt waren, wurden 38 Menschen getötet.  (APA, 25.6.2014)

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