Festgenommene Christin im Sudan soll Dokumente gefälscht haben

25. Juni 2014, 16:02
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Ishag verbrachte Nacht mit ihrer Familie auf Polizeistation

Khartum/Washington - Die im Sudan der Todesstrafe entkommene Christin Mariam Yahia Ibrahim Ishag soll angeblich Dokumente gefälscht haben. Die 27-Jährige war einen Tag nach ihrer Freilassung erneut festgenommen worden.

Bei den Vorwürfen der Sicherheitskräfte gehe es um Reisedokumente, mit denen die 27-Jährige gemeinsam mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern das Land verlassen wollte, sagte ihr Anwalt Mohaned Mustafa Al-Nour am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Ishag war am Dienstag auf dem Flughafen von Khartum kurz vor ihrer Ausreise in die USA festgehalten und inhaftiert worden. Die Behörden hielten die kurzfristig von der südsudanesischen und der amerikanischen Botschaft ausgestellten Dokumente offenbar für ungültig.

Internationales Aufsehen

Ishag habe die Nacht mit ihrer Familie auf einer Polizeistation verbracht, fügte der Anwalt hinzu. Er rechne damit, dass die Frau bald auf Kaution freikomme, hieß es.

Die christlich erzogene Tochter eines Muslims und einer Christin war Mitte Mai wegen Gotteslästerung und Glaubensabtrünnigkeit (Apostasie) zum Tode verurteilt worden. Sie hatte sich geweigert, sich dem Islam zuzuwenden. Ihr Ehemann, ein US-Staatsbürger, ist ebenfalls ein Christ. Der Fall hatte international für Aufsehen gesorgt. Am Montag hatte ein Berufungsgericht das Urteil aufgehoben und die Freilassung der Frau angeordnet. (APA, 25.06.2014)

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