Flugzeugkollision: Deutsche Luftwaffe vermutet Fehler des Learjet-Piloten 

25. Juni 2014, 14:17
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Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung spricht aber von "reiner Spekulation"

Berlin - Die deutsche Luftwaffe geht nach der Kollision eines Flugzeugs mit einer Bundeswehrmaschine am Montag über dem Sauerland von einem Fehler des Learjet-Piloten aus. Da bei dem Eurofighter der Außentank abgerissen sei, vermute man, dass die Privatmaschine zu dicht von unten an den Kampfjet herangeflogen sei, sagte am Mittwoch ein Sprecher der Luftwaffe in Berlin.

"Wir müssen natürlich den abschließenden Bericht abwarten, aber es wird in diese Richtung laufen", sagte der Sprecher. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) bezeichnete dies als "reine Spekulation, eine Variante von vielen möglichen". Die Untersuchungen seien längst noch nicht so weit, um zu dem Flugverlauf der Maschinen etwas sagen zu können, erklärte ein BFU-Sprecher. Die Behörde ermittelt mit drei Experten, wie es zu dem Unfall kommen konnte.

Von unten gerammt

Die "Süddeutsche Zeitung" und "Spiegel Online" hatten berichtet, der Learjet habe den Eurofighter in einer Linkskurve von unten gerammt. Der Pilot der Privatmaschine habe einen "fatalen Fehler" gemacht, heißt es in den Berichten unter Berufung auf Insider, die mit den Ermittlungen vertraut seien.

Die an einer Routine-Übung beteiligte Privatmaschine war am Montag in etwa 2.500 Metern Höhe mit einem Eurofighter der Luftwaffe kollidiert und in unmittelbarer Nähe von Häusern der Ortschaft Olsberg-Elpe abgestürzt. Dabei sollte die Situation simuliert werden, dass eine zivile Maschine ohne Funkverbindung in den deutschen Luftraum eintritt und von einem vorausfliegenden Eurofighter zum Landen gebracht werden soll.

Nicht identifizierte Leichenteile

Die 50 und 43 Jahre alten Besatzungsmitglieder der zivilen Maschine, zwei ehemalige Militärpiloten, sind vermutlich tot. Am Wrack wurden Leichenteile gefunden, die noch nicht identifiziert sind. Der am Crash beteiligte Eurofighter landete schwer beschädigt auf einem Fliegerhorst bei Köln. Die Maschine wird bereits von der BFU untersucht. Die Daten-Rekorder der Unglücksmaschine werden am Behördensitz in Braunschweig ausgewertet. Auch die Radaraufzeichnungen der Deutschen Flugsicherung sollen Klarheit bringen.

Unterdessen sucht die Polizei weiter nach den Leichen der vermissten Männer am Absturzort. Zahlreiche Spürhunde seien im Einsatz, wie ein Sprecher der Polizei in Meschede am Mittwoch sagte. Mit den Tieren solle noch einmal die Waldschneise an der Absturzstelle durchkämmt werden. Es handle sich um dichtes Unterholz, Menschen kämen in dem Dickicht nur schwer durch. (APA, 25.6.2014)

  • Ermittler bei der Suche nach Wrackteilen
    foto: ap/balk

    Ermittler bei der Suche nach Wrackteilen

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