Lehrer fühlen sich nicht ausreichend gewürdigt

25. Juni 2014, 14:15
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Fast 80 Prozent würden trotzdem wieder Lehrer werden

Paris - Lehrer sind mit ihrem Job überaus zufrieden, sehen ihre Arbeit von der Gesellschaft aber nicht ausreichend gewürdigt. Das zeigt eine am Mittwoch veröffentliche OECD-Studie, für die mehr als 100.000 Lehrer und Direktoren in 34 Staaten befragt wurden. Österreich nahm aus Kostengründen am "Teaching and Learning International Survey" (TALIS) im Unterschied zur letzten Ausgabe im Jahr 2008 nicht teil.

Deutliche Mehrheit mit Job zufrieden

Laut der Studie sind mehr als 90 Prozent der Lehrer mit ihrem Job zufrieden, fast 80 Prozent würden ihn sogar nochmals ergreifen. Allerdings sind nur etwas mehr als 30 Prozent der Pädagogen der Ansicht, dass ihre Tätigkeit von der Gesellschaft ausreichend gewürdigt wird. Bei der Vorgängerstudie 2008 wurde für die Jobzufriedenheit ein ähnlicher Wert ermittelt, in Österreich lag er bei 93 Prozent - die beiden anderen Faktoren wurden nicht abgefragt.

Weiteres Detail: Jene Staaten, in denen sich die Lehrer geschätzt fühlen, schneiden tendenziell bei PISA besser ab: In Finnland sehen etwa knapp 60 Prozent der Pädagogen ihre Arbeit von der Gesellschaft gewürdigt, in Südkorea und Singapur sogar zwei Drittel.

Kein Team-Teaching

Gleichzeitig zeigt die Studie, dass die Lehrer noch immer weitgehend isoliert arbeiten: Mehr als die Hälfte gab an, nur selten oder nie Team-Teaching zu praktizieren, nur ein Drittel beobachtet die Kollegen bei ihrem Unterricht. Auch Feedback ist eher rar: 46 Prozent der Pädagogen gaben an, keine Rückmeldungen von ihren Direktoren zu erhalten. Nur knapp ein Drittel der Lehrer ist der Ansicht, dass ein Kollege, der andauernd schwache Leistungen erbringt, gekündigt würde. (APA, 25.06.2014)

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