Artenvielfalt auf Bio-Bauernhöfen größer - aber nicht viel

25. Juni 2014, 13:19
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Herkömmliche Landwirtschaft bietet zwar etwa gleich vielen Spezies Platz, drängt sie jedoch buchstäblich an den Rand

Bern - Auf landwirtschaftlichen Flächen, die zu Bio-Bauernhöfen gehören, ist die Artenvielfalt nur leicht größer als auf konventionellen Bauernhöfen: Das zeigt die Studie eines europäischen Forschungsteams unter Leitung der Eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope, die in "Nature Communications" veröffentlicht wurde.

Für die Studie waren in der Schweiz sowie in neun weiteren europäischen und zwei afrikanischen Regionen jeweils 12 bis 20 Landwirtschaftsbetriebe untersucht worden. Ziel des Forschungsprojekts namens "BioBio" war es, eine Methode zu entwickeln, mit der die Biodiversität auf Landwirtschaftsbetrieben bestimmt werden kann.

Die Ergebnisse

Zwar wurden auf Bio-Äckern deutlich mehr Arten gefunden als auf Nicht-Bio-Äckern. Wurden Randflächen wie Hecken oder Feldrändern in den Vergleich miteinbezogen, so verringerten sich die Unterschiede aber, wie Agroscope mitteilte.

"Offenbar kommen die Arten aus den Bio-Äckern in den übrigen Betrieben einfach in den Randbereichen vor, und die gesamte Artenzahl verändert sich deshalb kaum", wird Manuel Schneider von Agroscope zitiert. Auch seltene oder gefährdete Arten kamen auf Bio-Betrieben nicht häufiger vor.

Vielfalt an Lebensräumen entscheidend

Es habe sich sehr deutlich gezeigt, dass die Vielfalt an Lebensräumen entscheidend für die Artenvielfalt sei, schreiben die Forscher. Hecken in Graslandbetrieben etwa würden die gesamte Artenzahl des Betriebes stark erhöhen.

Um die Artenvielfalt im Landwirtschaftsgebiet zu erhalten, brauche es deshalb mehr als Biolandbau: Die Forscher empfehlen, die Anzahl an wertvollen Lebensräumen auf den Betrieben zu erhöhen. (APA/red, derStandard.at, 25. 6. 2014)

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