Afghanistan: 160 Tote bei Taliban-Offensive

25. Juni 2014, 20:35
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Hunderte Kämpfer stürmten Teile südlicher Provinz Helmand - Rund 2000 Menschen auf der Flucht

Brüssel/Kabul - Bei einer seit Tagen andauernden Militäroffensive gegen die Taliban in Südafghanistan sind rund 160 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern seien 40 Zivilisten, 21 Sicherheitskräfte und rund 100 Islamisten, sagte der Vorsitzende des Provinzrats in Helmand, Abdul Bari Baraksai, am Mittwoch. Rund 2000 Menschen hätten wegen der Gefechte aus ihren Dörfern fliehen müssen.

Ende vergangener Woche hatten mehr als 800 Aufständische vier Bezirke in der Provinz gestürmt. Über 20.000 Soldaten bekämpften dort die Taliban.

Anschlag auf Polizeichef

In der östlichen Provinz Ghasni kamen ein Polizeichef und sein Leibwächter bei einem Bombenanschlag ums Leben. Die Männer seien im Auto unterwegs gewesen, als eine Bombe am Straßenrand explodiert sei, sagte Ghasnis Vizegouverneur Mohammad Ali Ahmadi.

Bei einem anderen Bombenanschlag auf einem belebten Markt in Nordafghanistan starben vier Menschen, darunter zwei Kinder. Wie der Sprecher des Provinzgouverneurs in Farjab mitteilte, hatten Aufständische die Bombe in einem Wasserkühler deponiert.

Dann hätten sie ein Kind gebeten, diesen in das Gebäude des Distrikt-Gouverneurs zu tragen. Die ferngesteuerte Bombe sei aber am Eingang in den Armen des Kindes explodiert. Zehn weitere Menschen seien verletzt worden, darunter ein Polizist. Zunächst bekannte sich niemand zu den beiden Anschlägen.

In der Region hatte die NATO-geführte internationale Schutztruppe ISAF zuletzt die Sicherheitsverantwortung an die afghanischen Behörden übergeben. Die seit dem Jahr 2001 laufende ISAF-Mission soll am 31. Dezember enden. Folgen soll eine internationale Ausbildungs- und Unterstützungsmission um Afghanistan in den folgenden Jahren zu stabilisieren.  (APA, 25.6.2014)

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