Spanische Prinzessin Cristina muss vor Gericht

25. Juni 2014, 10:18
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Der Schwester des neuen Königs Felipe werden Betrug und Geldwäsche vorgeworfen

Madrid - Ein spanischer Ermittlungsrichter hat den Weg für einen Korruptionsprozess gegen Prinzessin Cristina freigemacht. Richter Jose Castro entschied am Mittwoch, dass die Schwester von König Felipe VI. und ihr Ehemann Inaki Urdangarin sich wegen Betrugs- und Geldwäschevorwürfen vor Gericht verantworten müssen, wie das Gericht in Palma de Mallorca mitteilte. Bei einer Verurteilung drohen ihnen und 14 weiteren Angeklagten mehrjährige Haftstrafen.

Der für Korruptionsbekämpfung zuständige Staatsanwalt hatte sich bisher gegen eine Anklage der Tochter des ehemaligen Königs Juan Carlos ausgesprochen. Ermittlungsrichter Castro verdächtigt sie dagegen der Geldwäsche und des Steuerbetrugs und hatte sie im Februar dazu befragt. Er wirft ihr vor, mit ihrem Mann zusammengearbeitet zu haben. Dieser soll über eine gemeinnützige Stiftung sechs Millionen Euro aus der Staatskasse veruntreut haben, anschließend soll er das Geld in der Firma Aizoon gewaschen haben.

Zudem soll Cristina Firmengeld privat ausgegeben haben - unter anderem für Tanzkurse, Luxusgeschirr, Hauspersonal und Geburtstagspartys. Ob es tatsächlich zum Prozess gegen die Herzogin von Mallorca kommt, ist jedoch noch offen. Der Sonderstaatsanwalt für Korruptionsdelikte, Pedro Horrach, will die "ungerechte" Entscheidung des Richters anfechten. Aus seiner Sicht gibt es keine hinreichenden Beweise dafür, dass Cristina in die illegalen Geschäfte verwickelt war. "Wäre sie kein Mitglied des Königshauses, wäre sie nie in den Fall verwickelt worden", sagte Horrach der Nachrichtenagentur EFE. (APA, 25.6.2014)

  • Prinzessin Cristina nach ihrer Befragung im Zusammenhang mit den Betrugsvorwürfen im Februar.
    foto: ap photo/manu fernandez

    Prinzessin Cristina nach ihrer Befragung im Zusammenhang mit den Betrugsvorwürfen im Februar.

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