U2-Sänger Bono wettert gegen Apples AIDS-Engagement 

25. Juni 2014, 10:00
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Konzern weise zu wenig auf "(Product) Red"-Produkte hin

Wer schon einmal im Apple Shop gestöbert hat, wird über rote Produkte mit der Bezeichnung "(Product) Red" gestolpert sein. Ein Teil der Verkaufserlöse mit diesen roten iPods, iPhone- und iPad-Hüllen geht an den "Global Fund to fight AIDS in Africa". Ins Leben gerufen wurde die Non-Profit-Initiative von U2-Frontmann Bono. Der ist mit Apples bisherigem Engagement aber weniger zufrieden, wie im Rahmen des Marketing-Events Cannes Lions sagte.

Zu wenig Aufmerksamkeit

Apple hat über die Jahre mit den "(Product) Red"-Produkten Millionen US-Dollar für den Kampf gegen die Immunschwächekrankheit gesammelt. An die große Glocke hängt das Unternehmen die Initiative jedoch nicht. "Apple ist so verdammt nervig still ob der Tatsache, dass sie 75 Millionen Dollar gesammelt haben", zitiert das Branchenmagazin AdWeek den Sänger. "Niemand weiß es!". Die Informationen finden sich zwar auf Apples Seite, allerdings muss man erst gezielt danach suchen.

Logo versteckt

Auch Jony Ive, der ebenfalls mit Bono auf der Bühne war, bekam etwas von der Kritik des Sängers ab. Apples Chef-Designer wurde von dem Sänger gefragt, wieso das Red-Logo nicht prominenter am iPad-Cover zu sehen sei anstatt nur auf der Innenseite. "Niemand sieht das. Das ist Bescheidenheit, die Amok läuft", so Bono. Das sei der Apple-Weg, "sie sind wie eine Sekte", fuhr der Sänger fort. Ive entgegnete, dass man seit dem Start im Jahr 2006 immer mehr Red-Produkte auf den Markt gebracht habe und die Initiative sehr wichtig für Apple sei.

Jobs gegen Klammern

Der verstorbenen Apple-CEO Steve Jobs soll sich ursprünglich dagegen gewehrt haben, die Klammern im Red-Logo zu verwenden. Nichts dürfe das Apple-Logo stören. Letztendlich habe Bono Jobs jedoch davon überzeugen können, das Logo doch zu verwenden - mit Ausnahme der Apple Stores.

250 Millionen Dollar gesammelt

An der Red-Initiative sind neben Apple noch zahlreiche andere Unternehmen beteiligt, unter anderem auch die Kopfhörermarke Beats, die Sportmarke Head, Coca Cola, Starbucks und SAP. Insgesamt wurden seit dem Start über 250 Millionen Dollar gesammelt. Das Ziel des NGO: bis 2015 soll die Übertragung des HI-Virus von Müttern an ihre Kinder eliminiert sein. (br, derStandard.at, 25.6.2014)

  • Für Bono wird zu wenig im Kampf gegen AIDS getan.
    foto: john shearer/invision/ap

    Für Bono wird zu wenig im Kampf gegen AIDS getan.

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