Melzer verliert ein Game und scheidet wie auch Paszek aus

24. Juni 2014, 14:20
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Tsonga bringt in der fortgesetzten Partie sein Aufschlagspiel locker durch und kickt den Österreicher aus dem Turnier

Wimbledon - Anders als vor zwei Jahren hat Jürgen Melzer am Dienstag seine wegen Regens und Dunkelheit vertagte Auftaktpartie beim Grand-Slam-Turnier von Wimbledon verloren. 2012 gewann der Niederösterreicher noch in fünf Sätzen gegen den Schweizer Stanislas Wawrinka. Diesmal musste sich Melzer im fünften Duell mit dem Franzosen Jo-Wilfried Tsonga zum fünften Mal geschlagen geben. Die Nummer 14 des Turniers gewann das ihm fehlende Game am Dienstag innert rund vier Minuten zu null und siegte 6:1, 3:6, 3:6, 6:2, 6:4.

Ausgeschieden ist auch Tamira Paszek, die es trotz großen Einsatzes und einer sehenswerten Aufholjagd nicht in die zweite Wimbledon-Runde geschafft hat. Die Österreicherin unterlag am Abend der als Nummer 24 gesetzten Belgierin Kirsten Flipkens nach über zwei Stunden mit 4:6, 7:6(3), 2:6. Paszek hatte bereits bei 4:6, 2:5 zwei Matchbälle abgewehrt, über den Tiebreak aber noch einen dritten Satz erzwungen.

Melzers Partie war am Montagabend vertagt worden, nachdem er infolge eines frühen Breaks im Entscheidungssatz einer sicheren Niederlage entgegenzusteuern schien. Die Neuansetzung kam da zur rechten Zeit, auch wegen des gesundheitlichen Zustands von Österreichs Nummer eins. In Satz vier hatte er wegen Durchfalls schon zweimal den Platz verlassen müssen.

Pfiffig

Über Nacht bekam die Nummer 49 der Weltrangliste seine Magen-Darm-Probleme in den Griff. Letztlich dauerte das Einspielen der beiden auf dem gut gefüllten Court 1 aber um einiges länger als die Fortsetzung der Partie bei 5:4 im Entscheidungssatz für Tsonga. Der Franzose machte bei eigenem Aufschlag die nötigen vier Punkte, den letzten mit einem Ass. Damit war der Zauber zu Ende, Melzer nach insgesamt drei Stunden gescheitert.

Für Melzer ist es das erste Wimbledon-Auftaktout seit 2006. Nach einer Spielpause 2007 war er sechsmal in Folge zumindest in die zweite Runde gekommen. Im Vorjahr war der Deutsch Wagramer bei diesem Major-Turnier zum zweiten Mal in seiner Karriere nach 2010 im Einzelachtelfinale gestanden. Damit wird er im nächsten Ranking wohl aus den Top 60 fallen. Landsmann Dominic Thiem, der schon am Montag ausgeschieden war, wird wieder Österreichs Nummer eins.

"Mir fehlen die Worte"

Paszek musste gleich am Beginn lange an Knöchel und Knie behandelt werden. Danach war sie nach zwei Aufschlagverlusten rasch mit 0:3, 1:4 und 2:5 im Rückstand. Auch dieses Mal wehrte sie bei diesem Stand zunächst weitere Matchbälle ab und fand sogar erneut Breakbälle vor. Bei bereits heftigem Wind schaffte die Österreicherin die Wende diesmal aber nicht mehr, Flipkens machte mit dem insgesamt sechsten Matchball den Sack zu. Inklusive der langen Behandlung von Paszek dauerte die Partie 2:14 Stunden.

Paszek trauerte nach ihrer Niederlage ihren Chancen nach. "Ich habe im ersten Satz nicht mein bestes Tennis gespielt, mich aber gut reingekämpft und bin im zweiten rechtzeitig aufgewacht. Da habe ich clever und aktiv gespielt", erzählte die Vorarlbergerin. Der Sturz gleich zu Beginn des dritten Satzes habe aber die Wende gebracht.

Denn dabei verletzte sich die Österreicherin an der Achillessehne und am Knie. "Das war wirklich Pech. Denn danach konnte ich nicht mehr richtig spielen, ich war ziemlich beeinträchtigt", berichtete Paszek. Umso ärgerlicher sie die Niederlage. "Denn obwohl ich insgesamt nicht mein bestes Tennis gespielt habe und auch noch gestürzt bin, hätte ich noch einige Chancen gehabt."

Wie schlimm die neuerliche Verletzung ist, war auch Paszek vorerst nicht klar. "Es hat jedenfalls sofort angefangen zu pochen. Ich wusste sofort, dass etwas passiert ist", sagte die Vorarlbergerin, die immer wieder von größeren oder kleineren Verletzungsproblemen begleitet wird. "Ich hoffe, diesmal wird es keine lange Pause. Momentan bin ich vom Kopf her aber ziemlich down, weil schon wieder etwas passiert ist und ich eigentlich gerade wieder gut spiele. Eigentlich fehlen mir die Worte."

Fed-Express rollt

Der Schweizer Rekordchampion Roger Federer hat sein Auftaktmatch im Eiltempo gewonnen. Der siebenfache Turniersieger setzte sich gegen den Italiener Paolo Lorenzi 6:1, 6:1, 6:3 durch. Federer, der das Vorbereitungsturnier in Halle zuletzt zum siebenten Mal gewonnen hatte, brauchte nur 1:33 Stunden für seinen Erfolg.

Eine Runde weiter ist auch Federers Landsmann Wawrinka. Der Australian-Open-Champion gewann gegen den Portugiesen Joao Sousa souverän 6:3, 6:4, 6:3.

Nach seiner Blamage vor einem Jahr hat Rafael Nadal ein erneutes Erstrunden-Aus vermieden. Nach anfänglichen Problemen rang der spanische Weltranglisten-Erste den Slowaken Martin Klizan mit 4:6, 6:3, 6:3, 6:3 nieder und sicherte sich den Einzug in die zweite Runde.

Dort bekommt es der Spanier mit Lukas Rosol zu tun und kann sich für seine Zweitrunden-Niederlage gegen den Tschechen vor zwei Jahren revanchieren. 2013 hatte Nadal zum Auftakt völlig überraschend gegen den Belgier Steve Darcis verloren.

Die deutsche Vorjahresfinalistin Sabine Lisicki hatte gegen die Israelin Julia Glushko keine Probleme. Nach 57 Minuten gewann sie mit 6:2 und 6:1. (krud, sid, APA, DER STANDARD, 25.6.2014)

  • Ein Game zum Vergessen.
    foto: apa/epa/zankovich

    Ein Game zum Vergessen.

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