Entwickler: PC-Grafik von "The Division" absichtlich heruntergeschraubt wegen Konsolenversion

24. Juni 2014, 12:38
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"Sie werden nicht zugeben, dass sie ein Spiel aktiv downgraden"

Der französische Hersteller Ubisoft sieht sich mit Vorwürfen konfrontiert, wonach man die PC-Versionen der Spiele "Watch Dogs" und "The Division" (2015) grafisch absichtlich einschränken würde, um den Abstand zu den Konsolenfassungen nicht zu groß werden zu lassen. Gleichzeitig muss sich der Konzern in beiden Fällen die Kritik gefallen lassen, dass man die Werke bei der Erstvorstellung 2012 bzw. 2013 mit einer grafischen Qualität bewarb, die weit über jener der finalen Spiele stünde.

Überreste entdeckt

Im Fall von "Watch Dogs" stützen sich die Vorwürfe auf nicht aktivierte Effekte, die ein Modder namens "The Worse" in Dateien dern PC-Version gefunden hat. Über eine Mod lassen sich Features wie Tiefenunschärfe und dynamische Scheinwerfer aktivieren, wie sie in der ursprünglichen E3-Präsentation 2012 zu sehen waren.

Ubisoft beteuerte, dass man die Effekte schlussendlich aus Stabilitätsgründen weggelassen habe. Eine Aussage, die auch die Seite Gamestar in einem Test bestätigen kann, wenngleich die Modifikation das größere Potenzial der Grafik-Engine aufzeige.

Absichtlich schlechter

Beim kommenden Online-Shooter "The Division" sorgen Aussagen eines anonymen Grafikentwicklers des Studios Ubisoft Massive für Aufsehen. Gegenüber WhatifGaming soll der Mitarbeiter bestätigt haben, dass die grafische Qualität der Lead-Plattform PC absichtlich heruntergeschraubt wurde, um den Abstand zu den Konsolenversionen (PS4, Xbox One) nicht zu groß werden zu lassen. Seit der Erstvorstellung 2013 wurde die Qualität bereits deutlich gedrosselt.

"Obgleich der PC die Lead-Plattform ist, können wir nicht so einen großen Abstand haben. Sie werden nicht zugeben, dass sie ein Spiel aktiv downgraden. Es ist viel einfacher zu sagen, dass sie Dinge aus Stabilitätsgründen entfernt haben, was oft eine Lüge ist", so der Entwickler.

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Demo: "The Division" E3 2013

Kirche im Dorf lassen

Der namentlich nicht genannte Ubisoft-Mitarbeiter geht anschließend auf einige technische Details ein und erklärt, dass er sich deshalb öffentlich äußert, um auf diese Weise die Branchenpraxis der falschen Versprechungen eindämmen zu können. "Ich hoffe, dass meine Kollegen und Herausgeber und viele Leute, die falsche Versprechungen machen und Präsentationen halten, die ungerechtfertigt zu viel Hype erzeugen und schlussendlich die Erwartungen nicht erfüllen können, damit aufhören."  (zw, derStandard.at, 24.6.2014)

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Demo: "The Division" E3 2014
  • "Sie werden nicht zugeben, dass sie ein Spiel aktiv downgraden. Es ist viel einfacher zu sagen, dass sie Dinge aus Stabilitätsgründen entfernt haben, was oft eine Lüge ist"
    foto: ubisoft/montage

    "Sie werden nicht zugeben, dass sie ein Spiel aktiv downgraden. Es ist viel einfacher zu sagen, dass sie Dinge aus Stabilitätsgründen entfernt haben, was oft eine Lüge ist"

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