Weniger Privatkonkurse im ersten Halbjahr

24. Juni 2014, 11:15
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Inzwischen insgesamt 100.000 Privatkonkurse seit Existenz - 1,2 Prozent aller Firmen insolvenzanfällig

Wien - Der Trend der relativ stark sinkenden Zahl an Unternehmensinsolvenzen schwächt sich heuer im Gesamtjahr weiter ab, analysiert der KSV 1870. Das sei schon im vergangenen Jahr spürbar gewesen, so Hans-Georg Kantner, Insolvenzexperte dieses Kreditschutzverbandes.

Bei den Privatinsolvenzen gibt es indes eine spürbare Entspannung. 4.279 Verfahren wurden heuer im ersten Halbjahr eröffnet, um 9 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Verbindlichkeiten nahmen um 13 Prozent ab.

Insgesamt gingen inzwischen 100.000 Österreicher in den Privatkonkurs, seit dieser vor 18 Jahren gesetzlich geschaffen wurde, so Kantner am Dienstag vor Journalisten in Wien. Für das Gesamtjahr heuer rechnet er mit rund 8.400 Privatkonkursen. Jährlich zahlen die Privaten in der Pleite rund 130 Mio. Euro zurück. Im Vergleich zu Deutschland seien die Regeln ziemlich praktikabel, es stünden höchstens kleine Reformen an. Das System funktioniere hierzulande, schaffe einen "ausgewogenen Ausgleich zwischen Gläubigern und Schuldnern".

Rückläufiger Trend

Die Zahl der Unternehmens-Insolvenzen sei jahrelang rückläufig gewesen, währen die Zahl der aktiven Unternehmen zunehme. Dies erzeuge eine stark fallende Insolvenzanfälligkeit von 1,2 Prozent aller Firmen (ohne Ein-Personen-Unternehmen und Landwirte). Insgesamt rechnet der KSV heuer mit zwei bis drei Prozent mehr Firmenpleiten als im vergangenen Jahr. (APA, 24.6.2014)

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    foto: apa/barbara gindl
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