Schwärme von Robotern sollen die Tiefen der Ozeane erkunden

27. Juni 2014, 17:45
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Die Tiefsee ist bis heute nur zu einem winzigen Bruchteil erkundet - Wissenschafter setzen deshalb auf Maschinen

Kopenhagen - Dank Satellitentechnik sind die Ozeane der Erde oberflächlich einigermaßen gut erforscht, doch was sich darunter abspielt, ist noch immer weitgehend unbekanntes Terrain. Gerade einmal fünf Prozent des Gesamtvolumens der Weltmeere sind heute erkundet. Um dies zu ändern, setzen Wissenschafter zunehmend auf Roboter. Diese sollen in Zukunft in noch größerem Umfang die Ozeane durchstreifen und Daten sammeln.

Ziel ist es, ein umfassendes Bild vom Zustand der Ozeane zu bekommen. Derzeit fehltes den Wissenschaftern dafür noch an Daten. "Wir haben weder genug Vorhersehbarkeit noch die mathematischen Werkzeuge", sagte Kanna Rajan vom kalifornischen Monterey Bay Aquarium Research Institute am Montag bei der Wissenschaftskonferenz Euroscience Open Forum (ESOF) in Kopenhagen. Doch die Forschung ist nicht nur teuer, sondern auch schwierig - und für Menschen bisweilen sehr gefährlich.

Schwärme von Unterwasser-Glidern

Mit Robotern, die zwischen zwei und drei Monaten unter Wasser blieben und regelmäßig Daten lieferten, könnten die Wissenschafter jetzt "wenigstens Teile verstehen", sagte Rajan. Die Forscher wollen in Zukunft mehr solcher Geräte, die via Satellit alle sechs Stunden Daten senden und mehr als 2.000 Kilometer zurücklegen können, in den Meeren auf Reisen schicken. "Der Traum ist es, Scharen von Glidern zu haben, die sich herumbewegen und die Ozeane abtasten", sagte der Ozeanograph Joaquin Tintore. "Wenn es sehr stark stürmt, geht jeder zurück an Land, aber die Glider sind noch da."

Beim ESOF stellen Wissenschafter verschiedener Disziplinen in 120 Veranstaltungen ihre Forschungen vor und diskutieren Perspektiven und Probleme. Dabei geht es auch darum, wie sich Forschung Politikern, Medien und Bürgern näher bringen lässt.

Vielen Menschen sei nicht klar, wie wichtig das Wissen über die Weltmeere sei, so die Forscher. Erst Tragödien wie die Ölpest im Golf von Mexiko nach der Explosion der Bohrplattform "Deepwater Horizon" riefen das der Öffentlichkeit wieder ins Bewusstsein, sagte die estnische Forscherin Maarja Kruusmaa. (APA/red, derStandard.at, 27.06.2014)

  • Roboter wie "Dagon", der hier am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen getestet wird, sollen in Zukunft in autonomen Schwärmen die Ozeane erkunden.
    foto: apa/epa/carmen jaspersen

    Roboter wie "Dagon", der hier am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen getestet wird, sollen in Zukunft in autonomen Schwärmen die Ozeane erkunden.

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