Millionenschaden nach Hagelsturm in Kärnten 

24. Juni 2014, 10:45
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Experten schätzen Schaden auf zehn bis 20 Millionen Euro - 600.000 Euro in Landwirtschaft - Auch Steiermark betroffen

Klagenfurt/Wien - Schwere Unwetter mit Hagel haben am Montag in Teilen Kärntens Millionenschäden angerichtet. Allein in der Landwirtschaft ist laut Österreichischer Hagelversicherung mit 600.000 Euro Schaden zu rechnen, Experten schätzen die Gesamtschäden auf zehn bis 20 Millionen Euro. In Klagenfurt zerbarsten zahllose Scheiben, hunderte Autos wurden beschädigt. Landesweit gingen bei den Feuerwehren 180 Notrufe ein.

Insgesamt waren rund 2.400 Hektar landwirtschaftliche Flächen in den Bezirken Klagenfurt-Land, St. Veit und Feldkirchen vom Hagel betroffen. Besonders schlimm hat es das knapp vor der Ernte stehende Getreide erwischt. "Der Hagel hat die Körner aus den Ähren geschlagen, die Ernte ist teilweise komplett verloren", sagte Markus Tschischej, Referent für Pflanzen- und Ackerbau bei der Landwirtschaftskammer, auf Anfrage.

"Wetterlagen werden immer unvorhersehbarer"

Schwere Schäden gibt es aber auch bei Maiskulturen und auf Wiesen, die knapp vor der Mahd standen. "In Klagenfurt sind auch einige Gärtnereien stark betroffen", so Tschischej. Glashäuser, Folientunnel und Freilandkulturen wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Der Hagel hinterließ auch seine Spuren bei Obstbäumen und in Weingärten am Fuße des Ulrichsbergs. Der für Landwirtschaft zuständige Landesrat Christian Benger (ÖVP) nahm das Unwetter zum Anlass, an die Bauern zu appellieren, ihre Flächen gegen Hagelschlag zu versichern. "Die Wetterlagen werden immer unvorhersehbarer", so Benger. Laut Hagelversicherung sind derzeit rund 90 Prozent der Landwirte in Kärnten entsprechend versichert.

In Klagenfurt begann nach dem Unwetter das große Aufräumen. Die Feuerwehr beseitigte zerborstene Scheiben, die noch in den Rahmen hingen und auf die Straße oder auf Passanten zu fallen drohten. "Alle Mitarbeiter der Abteilung Stadtgarten sind derzeit im Einsatz, um die Wege freizumachen und gefährdete Bereiche abzusperren. In der Folge werden in Mitleidenschaft gezogene Bäume entfernt und das Laub und der angefallene Schmutz abtransportiert", erklärte Stadtrat Wolfgang Germ (FPÖ) in einer Aussendung.

Das große Aufräumen begann aber auch im ganz privaten Bereich. In Gärten, auf Terrassen und Balkonen müssten Pflanzen aller Art ersetzt werden. Einige Carports und Gartenhäuschen benötigten ein neues Dach. Und Autofahrer versuchten ihre beschädigten Vehikel zum Karosserieschlosser zu bringen, wurden jedoch wegen langer Wartelisten auf Herbst vertröstet.

Schäden in der Steiermark

Einen Schaden von rund 700.000 Euro für die Landwirtschaft haben die schweren Unwetter am Montagnachmittag in der Steiermark verursacht, betroffen war vor allem der Bezirk Leibnitz.

Die Unwetterfront zog von Kärnten über die Südsteiermark und richtete dort in kurzer Zeit erhebliche Schäden an. "Am schlimmsten war es in Großklein, Kleinklein und Trautenburg", so Rosemarie Wilhelm von der steirischen Landwirtschaftskammer. Die Schäden erstrecken sich über 700 Hektar Agrarfläche, ein Drittel davon ist Wein, der damit am stärksten betroffen ist.

Aber auch die Getreide-, Mais- und Kürbiskulturen wurden vom Hagel stark in Mitleidenschaft gezogen. Ob der Schaden an den Kürbiskulturen zu Engpässen beim Kürbiskernöl führen wird, ließ sich aber noch nicht abschätzen. Die Erhebungen waren am Dienstag noch im Gang, die betroffenen Landwirte hatten noch nicht alle Schäden gemeldet. (APA, 24.6.2014)

  • Auch die Klagenfurter Innenstadt war vom Unwetter am Montag betroffen.
    foto: apa/ferdinand hafner

    Auch die Klagenfurter Innenstadt war vom Unwetter am Montag betroffen.

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