Microsoft schickt "Games for Windows Live" ins Koma

24. Juni 2014, 10:54
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Kein Spielverkauf und keine Updates mehr über die PC-Spieleplattform

Entgegen vorangegangenen Branchengerüchten wird Microsofts PC-Spieleplattform "Games for Windows Live" kommende Woche nicht eingestellt, allerdings wird der Dienst künftig nur noch auf Sparflamme betrieben. Wie der Konzern gegenüber GameInformer bestätigte, wird man künftig weder neue Games kaufen noch Updates zu bestehenden Spielen über die Plattform erhalten können. 

"Wir werden den Games-for-Windows-Live-Service fortsetzen. Wie zuvor angekündigt, wurde im Rahmen der Abschaffung der Microsoft-Points der Xbox.com PC-Marktplatz geschlossen. Wenngleich Kunden keine neuen Spiele vom Marktplatz kaufen können oder Updates für ihre Titel erhalten, können sie weiterhin zuvor gekaufte Inhalte genießen, die sie - wie gewohnt - über den Games for Windows Live Client runterladen können", heißt es in einer Stellungnahme.

Games für Windows?

Nachdem auf der vergangenen Videospielmesse E3 in Los Angeles Microsoft keine neuen, dedizierten Ankündigungen zu Games für das Betriebssystem Windows im Programm hatte, waren bereits Gerüchte aufgekommen, dass sich der Konzern weiter aus der Sparte zurückziehen und sich ganz auf Konsolen- und Mobile-Entwicklungen konzentrieren könnte. Diesen Schlussfolgerungen widersprach Xbox-Chef Phil Spencer allerdings noch während der Messe und erklärte, dass man sich auf der E3 speziell auf Konsolen fokussieren wollte.

"Wir werden auch in den kommenden Jahren weiter in PC-Spiele investieren und freuen uns darauf, in Zukunft mehr darüber zu verraten", heißt es nun in der jüngsten Aussendung des Unternehmens.

Schwaches Lebenszeichen

Während Microsoft jeden Abschaltungsberichten zu "Games for Windows Live" dementiert, stößt die schrittweise Einstellung der Funktionen auf kritische Kommentare von Branchenbeobachtern. "Ich schätze, das bedeutet, dass der Dienst zwar nicht stirbt, aber ins Koma versetzt wird, aus dem er nicht mehr zurückkehren, aber in dem er weiterleben wird", schreibt etwa Eurogamer.

Mit "Games for Windows Live" wollte Microsoft unter Windows einst ein ähnliches Ökosystem wie mit Xbox Live für Xbox-Konsolen aufziehen. Dies gelang allerdings nur in Ansätzen - unter anderem wohl auch deshalb, weil sich mit Steam bereits eine populärere Alternative etabliert hatte. Gleichzeitig konzentrierte sich Microsoft in den vergangenen Jahren immer stärker auf das Konsolengeschäft. (zw, derStandard.at, 24.6.2014)

  • Spielen Sie über "Games for Windows Live"?
    foto: microsoft

    Spielen Sie über "Games for Windows Live"?

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