Rücktritt eines Beamten nach Präsidentenwahl in Afghanistan 

23. Juni 2014, 14:49
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Sekretär der Wahlkommission weist Vorwürfe zu Manipulation zurück

Kabul - Nach Vorwürfen des Betrugs bei der Präsidentschaftswahl in Afghanistan ist ein hochrangiger Verantwortlicher der Wahlkommission zurückgetreten. Er lege seinen Posten "im Interesse der Nation" nieder, sagte der bisherige Leiter des Kommissionssekretariats, Zia-ul-Haq Amarkhail, am Montag.

Er wies Vorwürfe zurück, in Betrügereien rund um die Stichwahl vom 14. Juni verwickelt zu sein. Er sei "nicht unter Druck zurückgetreten", sagte er vor Journalisten.

Proteste wegen Wahlfälschung

Tausende Anhänger des Präsidentschaftskandidaten Abdullah Abdullah waren am Wochenende wegen angeblicher Wahlfälschung auf die Straße gegangen. Abdullah hatte bereits am Mittwoch den sofortigen Abbruch der Stimmenauszählung und ein Eingreifen der UNO gefordert. Seinen Angaben zufolge wurde die Wahlbeteiligung zu hoch angegeben. In manchen Provinzen seien zudem mehr Stimmen abgegeben worden, als dort Wähler registriert waren.

Beweise veröffentlicht

Das Wahlkampfteam Abdullahs hatte dann am Sonntag einen Audiomitschnitt veröffentlicht, der die Betrugsvorwürfe gegen den Sekretär der Wahlkommission beweisen soll. In den 13-minütigen, schwer zu verstehenden Aufzeichnungen sollen Amarkhail, weitere Kommissionsmitglieder und ein Mitglied aus dem Team von Abdullahs Gegenkandidat Ashraf Ghani zu hören sein. Unter anderem soll darin Ghani zugesichert werden, dass Mitarbeiter der Kommission benutzt würden, um seinen Sieg zu sichern.

Abdullah war mit 13 Prozentpunkten Vorsprung aus der ersten Wahlrunde Anfang April in das Duell mit Ghani eingezogen. Nun liegt er Medienberichten zufolge jedoch deutlich zurück. Ein offizielles Ergebnis soll am 2. Juli bekannt gegeben werden. (APA,

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