Mit Lauda auf den Hund gekommen

Kolumne23. Juni 2014, 17:12
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Familie Lauda auf der Suche nach einem haarigen Familienmitglied

Niki Lauda spazierte am Flughafen fröhlich an uns vorbei, ganz entspannt mit Kind und Kegel, erledigte die Papiere und ließ sich zu seinem Flieger bringen.

Wir warteten am General-Aviation-Terminal in Schwechat darauf, dass unser Flieger nach Le Mans startklar wurde. Und wurden Zeuge folgender Szene: Zehn Minuten nach Niki hetzte sein Sohn Lukas in das kleine Flughafengebäude und zog die Hundebox hinter sich her - wenig entspannt, weil schon zu spät. Der Hund selbst lief frei herum, ihm taugte die Action.

Box zum Bus

Bei der Abfertigung gab es dann Ärger, die Box passte nicht durch den Scanner, der Beamte war umständlich und ganz Beamter, es musste telefoniert werden, schließlich half der Name Lauda, der Beamte wurde zurechtgewiesen, Lukas eilte samt Box zum Bus, dieser zum Flieger, die Treppe wurde eingezogen, es schlossen sich die Türen.

Der Hund saß bei uns. Ein freundliches schwarzes Tier, schwanzwedelnd, aber etwas verunsichert angesichts der ganz fremden Leute. Der Beamte nicht ganz ohne Häme: "Jetzt hat der doch glatt seinen Hund vergessen!"

Hund?

Ein Blick zum Flugzeug: Die Türe öffnete sich wieder, Stiege raus, ein Bus wurde herangewunken. Rückfahrt zum Flughafengebäude. Lukas stürzt herein: "Ich hab den Hund vergessen!" Der Beamte: "Na geh!"

Im zweiten Anlauf schaffte dann auch der Hund seinen Weg in den Flieger, und wir stellten uns die Szene vor, wie Lauda zuvor seinen Sohn gefragt hatte: "Und wo ist der Hund?"

Wir wünschen der Familie Lauda jedenfalls einen guten Flug, und wenn es einmal sein soll: Wir passen gerne auf den Hund auf. (Michael Völker, DER STANDARD, 20.6.2014)

  • Niki Lauda hatte dann doch wieder gut lachen, wie man so schön sagt. 
    foto: ap/lai seng sin

    Niki Lauda hatte dann doch wieder gut lachen, wie man so schön sagt. 

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