Fußball: Todesfälle steigen nicht, wenn Nationalmannschaft spielt

23. Juni 2014, 14:06
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Deutsche Forscher haben untersucht, ob an Spieltagen der Nationalmannschaft die Todesfälle  zunehmen - etwa durch Herzinfarkte oder Verkehrsunfälle

Österreich ist zwar ohnehin nicht dabei, aber auch hierzulande fiebern nicht wenige für (oder gegen) unsere deutschen Nachbarn bei der Fußball-WM mit. Fußball lebt von Emotionen, die mitunter dem Herzkreislaufsystem des Fans einiges abverlangen. Bei aller Freude und Spannung stellt sich die Frage nach den gesundheitlichen Folgen solcher Länderspiele. In letzter Konsequenz könnten solche Tage eine Zunahme von Todesfällen, etwa durch Herzinfarkte oder Verkehrsunfälle, bewirken.

Todesursachen untersucht

Dieser Fragestellung gingen Forscher der Universität Halle-Wittenberg und Oliver Kuss vom Deutschen Diabetes-Zentrum der Universität Düsseldorf anhand von Daten der Todesursachenstatistik der statistischen Landesämter auf den Grund. Es wurde die Sterblichkeit an Spieltagen der deutschen Fußballnationalmannschaft von 1995 bis 2009 untersucht, wobei insgesamt über 11 Millionen Todesfälle einbezogen wurden. Damit ist diese Studie weltweit die bisher größte zum Thema Sterblichkeit und Fußballländerspiele. 

Nach Auswertung aller Todesfälle sowie spezieller Todesursachen (Myokardinfarkt, Verkehrstote, Atemwegserkrankungen) zeigte sich kein relevanter Anstieg der Sterblichkeit an Länderspieltagen. Überraschenderweise fanden die beiden Wissenschaftler viel mehr einen Trend für eine leichte Abnahme von Todesfällen an solchen Tagen, wenn gleich dieser Effekt überaus klein war.

Diese Ergebnisse geben teilweise Entwarnung für alle Fußballfans. Trotzdem beziehen sich diese Ergebnisse allein auf Todesfälle - was eine Zunahme von Notfalleinsätzen oder Krankenhauseinweisungen an Spieltagen der deutschen Nationalmannschaft nicht ausschließt. Am Ende bleibt nur der Rat, Alkohol in Maßen zu genießen und die Grundsätze gesunder Lebensführung zu beachten - dann steht einer weiterhin spannenden WM allein das Fehlen von Österreich im Wege. Aber vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal. (red, derStandard.at, 23.6.2014)

  • Fußball und Emotionen sind untrennbar verbunden.
    foto: rainer jensen dpa/lbn

    Fußball und Emotionen sind untrennbar verbunden.

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