SPÖ-Bildungssprecherin: Familien sollen Ferientage selbst bestimmen

23. Juni 2014, 13:14
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Schüler sollen sich drei Tage freinehmen können, sagt Grossmann

Wien - Elisabeth Grossmann, SPÖ-Bildungssprecherin und frühere steirische Bildungslandesrätin, hat sich am Montag für eine Reform der Ferienregelung ausgesprochen. Die Sommerferien will sie um eine Woche verkürzen und die schulautonomen Tage zur besseren Planbarkeit in "familienautonome Tage" umwandeln. Auch die Grünen forcieren im Parlament eine Neuordnung der schulfreien Tage.

"Mehr als zwei Monate sind im internationalen Vergleich zu lang, und es ist für die Kinder schwer, wieder im Schulalltag Fuß zu fassen", sagt Grossmann. Sie plädiert für kürzere Sommerferien mit Ausnahme der berufsbildenden Schulen, wo die Schüler in den Sommermonaten Pflichtpraktika absolvieren müssen. "Man könnte eine Woche wegkappen und ein Gesamtkonzept unter Berücksichtigung der schul- oder familienautonomen Tage erstellen."

Derzeit gibt es an Pflichtschulen vier schulautonome Tage, an Bundesschulen fünf. Die SPÖ-Bildungssprecherin kann sich eine bundeseinheitliche Regelung etwa bei den Fenstertagen nach den Donnerstagsfeiertagen im Frühsommer vorstellen, die in der Praxis ohnehin schon in den meisten Fällen freigegeben würden. Zusätzlich zu diesen zwei bis drei Tagen soll es noch drei weitere "familienautonome" Tage im Schuljahr geben, an denen sich die Familien selbst ihren Bedürfnissen entsprechend freinehmen können. Tage mit Schularbeiten sollten dafür gesperrt sein.

"Aufs Berufsleben vorbereiten"

"Das würde dann ein bisschen dieses Schwänz-Unwesen eindämmen", meint Grossmann mit Verweis auf Schüler, die etwa wegen eines vorgezogenen Starts der Familie in den Urlaub in der Schule fehlen. Auch Kinder von Saisonarbeitern hätten durch diese Regelung die Möglichkeit, einen Familienurlaub zu verbringen. Ein weiterer Vorteil der Regelung, bei der eine Art Urlaub mit dem Klassenvorstand ausgemacht werde: "Das würde die Schülerinnen und Schüler auf das Leben vorbereiten, denn da müssen sie auch mit ihrem Arbeitgeber einen Urlaub vereinbaren."

Brandsteidl für Abschaffung

Wiens Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) hatte zuletzt für eine komplette Abschaffung der schulautonomen Tage plädiert. Diese würden ohnehin nicht wie ursprünglich geplant zur Diskussion pädagogischer Entwicklung an den Schulen genutzt, sondern als zusätzliche Ferientage, die die Eltern vor ein Betreuungsproblem stellten. Die vier bzw. fünf Tage sollten stattdessen als schulische Wander- und Sporttage genutzt werden.

Grüne wollen einheitliche Ferien

Auch die Grünen fordern in ihrem Entschließungsantrag, der am Dienstag im Unterrichtsausschuss behandelt wird, vom Bildungsministerium eine neue Ferienordnung ein. Derzeit würden Familien durch die je nach Schule und Bundesland unterschiedlich geregelten Ferien und schulfreien Tage vor "große organisatorische Herausforderungen gestellt". Die aktuelle Ferienordnung beruhe zudem nicht auf pädagogischen Erwägungen, sondern habe historische, traditionelle und wirtschaftliche Gründe.

Die Grünen wollen deshalb eine Harmonisierung der Ferienregelungen aller Schultypen, jährliche Herbstferien von Ende Oktober bis Anfang November und zumindest nach Bundesländern einheitlich geregelte schulautonome Tage. Außerdem soll es für Pflichtschüler an unterrichtsfreien Werktagen außerhalb der Ferienzeiten (z. B. Tag des Landespatrons, schulautonome Tage) ein Betreuungsangebot geben.  (APA, 23.6.2014)

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