Studiengebühren nicht generell negativ für Uni-Einschreibquote 

23. Juni 2014, 12:49
23 Postings

EU-Kommission: Erhöhung der Gebühren kann durch Stipendien und Studiendarlehen kompensiert werden

Brüssel - Studiengebühren wirken sich nach Angaben der EU-Kommission nicht generell negativ auf die Einschreibquoten an Hochschulen aus. Allerdings kann eine Erhöhung der Gebühren dazu führen, dass sich weniger ältere Studierende für ein Studium anmelden. Negative Auswirkungen von Studiengebühren können vor allem durch Stipendien oder Studiendarlehen kompensiert werden, heißt es in einer Montag präsentierten Studie.

Der Bericht wurde in neun Staaten durchgeführt - neben den sieben EU-Ländern Österreich, Deutschland, Finnland, Großbritannien, Portugal, Ungarn und Polen auch in Kanada und Südkorea. EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou sagte, Studiengebühren seien für einen Großteil der Studierenden in Europa eine Realität, aber auch ein kontroverses Thema.

Studienförderung hilft

In dem Bericht wird betont, dass die Studienförderung das wichtigste Instrument sei, um negative Auswirkungen von Studiengebühren auf die Einschreibquoten zu kompensieren. In England, Kanada und Südkorea, die die höchsten Gebühren einheben, würden Systeme der Studienförderung die Auswirkungen für die Betroffenen abfedern, sei es durch Stipendien, Steuervorteile oder Darlehen mit günstigen Rückzahlungskonditionen.

Deutschland und Österreich hatten Studiengebühren eingeführt und später wieder abgeschafft. In Portugal, England, Kanada und Südkorea wurden die Gebühren in den letzten 15 Jahren geringfügig erhöht, heißt es in dem Bericht.

Gleichzeitig wurde bemängelt, Studiengebühren würden nicht automatisch bewirken, dass sich Hochschulen besser auf veränderte Anforderungen einstellen. Den Hochschuleinrichtungen stünden durch Studiengebühren mehr Finanzmittel zur Verfügung, doch würden diese Gelder nicht immer in Maßnahmen investiert, die den Studierenden unmittelbar zugutekommen.

Die Kommission erklärt, dass die jüngste Studie Teil der im September 2011 angenommenen Modernisierung des europäischen Hochschulsystems sei. Dabei würde keine spezielle Form der Finanzierung oder Kostenteilung in der Hochschulbildung befürwortet. Jeder Staat entscheide selbst, welches System für ihn am besten geeignet sei, heißt es. (APA, 23.6.2014)

Share if you care.