Wo die schnellsten Rechner des Planeten zuhause sind

23. Juni 2014, 20:57
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Chinas Supercomputer Tianhe-2 ist fast doppelt so schnell wie der zweitplatzierte "Titan" in den USA

Peking - Zum dritten Mal in Folge konnte sich der chinesische Supercomputer Tianhe-2 an der Spitze der schnellsten Computer der Welt behauptet. Mit einer Leistung von 33,86 Petaflops (Billiarden Gleitkommaoperationen pro Sekunde) rangiert die an der National University of Defense Technology (NUDT) in Guangzho betriebene Anlage erneut auf dem ersten Platz der am Montag veröffentlichten Liste der "Top 500".

Doppelt so schnell wie der zweitplatzierte Rechner

Mit ihrer Leistung ist sie nahezu doppelt so schnell wie die Nummer zwei: "Titan" arbeitet mit 17,59 Petaflops an der Oak Ridge National Laboratory und wird vom US-Energieministerium genutzt. Europas schnellster Rechner steht in der Schweiz am Swiss National Supercomputing Centre (CSCS) in Lugano. Die Anlage "Piz Daint" kommt auf 6,27 Petaflops.

Die USA stellen traditionell unter den "Top 500" die meisten Supercomputer, diesmal sind es 233 Systeme. Unter den Top Ten sind die Vereinigten Staaten mit insgesamt sechs Supercomputern vertreten. Neben China, der Schweiz und Deutschland belegt auch Japan einen Platz. Der "K computer" steht am Riken Advanced Institute for Computational Science in Kobe und belegt mit 10,51 Petaflops den vierten Rang.

China schließt zu Großbritannien auf

Waren es vor einem halben Jahr noch 63 Systeme, ist China heute bereits mit 76 Supercomputern in der "Top 500" vertreten - und liegt damit bereits gleichauf mit Großbritannien. Deutschland ist mit 23 Anlagen dabei. Mit Abstand die meisten Prozessoren liefert den Angaben der Herausgeber zufolge der Chiphersteller Intel (85,4 Prozent). IBM Power-Prozessoren haben einen Anteil von 8 Prozent, Opteron-Prozessoren von AMD nutzen nur noch 6 Prozent der Systeme. 39 Prozent der Systeme stammen von dem PC-Hersteller HP, 33 Prozent von IBM, zehn Prozent steuert der Supercomputer-Spezialist Cray bei.

Die "Top 500" wird zwei Mal im Jahr zur Eröffnung der International Supercomputer Conference herausgegeben, die abwechselnd in den USA und in Deutschland stattfindet. Diesmal treffen sich die Supercomputerexperten noch zum 26. Juni in Leipzig. Die Liste geht zurück auf die Initiative des Mannheimer Informatikers Hans Werner Meuer, der im Jänner starb.

Österreichs Superrechner auf Platz 424

Der "Vienna Scientific Cluster" (VSC), Österreichs leistungsfähigster Computer, kommt auf der Liste der "Top 500" auf Platz 424. In dem Ranking wird seine Leistung mit 152,9 Teraflops angegeben. Zum Vergleich: Tianhe-2 erreicht etwa 33.863 Teraflops.

Der seit 2009 sukzessive ausgebaute Hochleistungsrechner wird von der Universität Wien, der Technischen Universität (TU) Wien und der Universität für Bodenkultur (Boku) betrieben. In der derzeit laufenden dritten Ausbaustufe sind die Universität Innsbruck und der Universitäten-Cluster Süd, bestehend aus TU Graz, Uni Graz, Uni Klagenfurt und Montanuniversität Leoben, als Betreiber dazu gekommen. Ziel sei, wieder einen Platz unter den Top 100 zu erreichen, sagte der Leiter des VSC-Projekts, Herbert Störi von der TU Wien, beim Start der Ausbaustufe im Vorjahr. (APA/red, derStandard.at, 23.06.2014)

  • Der chinesische Supercomputer Tianhe-2 führt bereits zum dritten Mal in Folge die Top-500-Liste der schnellsten Supercomputer der Welt an.
    foto: top500.org

    Der chinesische Supercomputer Tianhe-2 führt bereits zum dritten Mal in Folge die Top-500-Liste der schnellsten Supercomputer der Welt an.

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