Familienforschung in Steiermark und Stajerska per Mausklick 

23. Juni 2014, 15:26
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9.000 Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher kostenlos im Internet abrufbar 

Graz/Maribor - In kirchlichen Archiven verbirgt sich eine Fülle von teilweise historischen Dokumenten, die für die familien- und besitzgeschichtliche Forschung interessant, aber nur schwer zugänglich sind. Für das Gebiet der Steiermark und Nordsloweniens (Stajerska) wird die Recherche durch ein Digitalisierungsprojekt der Diözesen Graz-Seckau und Maribor bedeutend erleichtert. Rund 9.000 Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher wurden erfasst und sind nun im Internet abrufbar.

Staatlich geführte Personenstandsregister gibt es in Österreich erst seit dem Jahr 1939. Davor erfüllten die Matriken der Pfarrämter diese Funktion. Die katholischen Pfarr- oder Kirchenmatriken der Diözese Graz-Seckau und der Erzdiözese Maribor dokumentieren spätestens seit dem Beginn des 17. Jahrhundert die Taufen, Trauungen und Sterbefälle der jeweiligen Pfarrei, sagte Norbert Allmer vom Diözesanarchiv Graz-Seckau.

Familienhistorisch Schätze

Damit bieten sie dichte familiengeschichtliche Informationen und sind auch eine wichtige Quelle für die demografische, statistische und ortsgeschichtliche Forschung, etwa zu den Familienstrukturen und Berufen. Vor allem die Trauungsbücher sind ergiebige Quellen. Neben dem Trauungsdatum und den Namen der Brautleute sind auch deren Lebensalter, Beruf, Herkunft, Namen der Eltern und der Trauzeugen zu erfahren. Die Sterbebücher nach 1784 verzeichnen Sterbedatum und -ort, Alter und auch die Todesursache. "Von den bisher jährlich rund 2.500 Benutzern unseres Archivs recherchierten bisher 75 Prozent in familienbezogenen Belangen", so Allmer.

Schutz, Erhalt und Zugänglichkeit

Nachdem die Forschung nach den eigenen Wurzeln immer mehr Interesse findet, wurde der Zugriff zu den Originaldokumenten aus konservatorischer Sicht zunehmend problematisch. "Um die Matriken auf lange Sicht zu schützen und für die Nachwelt zu erhalten, sind wir vor der Alternative gestanden, sie früher oder später für private Forschung zu sperren - oder nach alternativen neuen Möglichkeiten zu suchen", erklärte der Leiter des Diözesanarchivs, Alois Ruhri. Die Digitalisierung der Dokumente lag nahe.

Drei Millionen Buchseiten digitalisiert

Da die in Slowenien liegende Stajerska bis 1919 Teil des einstigen Herzogtums Steiermark war, wurden auch gleich die Quellen der Erzdiözese Marburg einbezogen. Daher können die Familiengeschichten auch grenzüberschreitend beforscht werden. Insgesamt wurden drei Millionen Buchseiten digitalisiert und können im Internet kostenlos abgerufen werden. Die Finanzierung erfolgte mit Mitteln des Fonds für regionale Entwicklung der EU, des Landes Steiermark und des Staates Slowenien sowie der Diözesen. (APA/red, derStandard.at, 23.06.2014)

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