Anti-Mafia-Razzia in Palermo: Mord von 1909 geklärt

23. Juni 2014, 14:01
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Grundstücke und Immobilien in Millionenwert beschlagnahmt

Palermo - 95 Personen sind in Palermo im Rahmen einer groß angelegten Razzia gegen die Mafia festgenommen worden. Gefasst wurden auch mehrere Bosse, die unter anderem für die Erpressungen von Kaufleuten und Baufirmen verantwortlich gemacht werden, berichteten italienische Medien am Montag.

Koordiniert wurde die "Apokalypse" genannte Razzia von den Antimafia-Behörden in Palermo. Im Rahmen der Aktion wurden Grundstücke und Immobilien im Wert von mehreren Millionen Euro beschlagnahmt. "Wir haben der Cosa Nostra in Palermo einen schweren Schlag versetzt", sagte der Staatsanwalt von Palermo, Vittorio Teresi.

Killer der Cosa Nostra

Mehr als 100 Jahre nach dem Mafiamord an einen New Yorker Polizisten steht der Fall vor der Aufklärung. Joe Petrosino, der 1909 zu Ermittlungen über Verbindungen der Unterwelt nach Sizilien gereist war, sei von einem Killer der Cosa Nostra erschossen worden. Das ergibt sich nach Angaben der italienischen Behörden aus den Ermittlungsakten für die Großrazzia am Montag gegen mutmaßliche Mafiosi.

Die Behörden berufen sich auf die Tonband-Aussagen des 29-jährigen Domenico Palazzotto, der bei der Großaktion ebenfalls festgenommen wurde. Darin brüstet sich Palazzotto damit, dass sein Onkel Paolo den US-Polizisten auf Befehl von Boss Vito Cascio Ferro erschossen habe.

Zwar wurde nach dem Mord Klage gegen mehr als zwei Dutzend Verdächtige erhoben. Doch sie wurden alle 1911 aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Palazzotto starb 1958. Der Polizist Joe Petrosino, ein Freund von US-Präsident Theodore Roosevelt, wurde nach dem Mord mit Staatsakten in Italien und den USA gewürdigt. (APA, 23.6.2014)

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