Frankreich bremst Konjunktur-Erholung

23. Juni 2014, 13:24
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Eurozone bleibt aber auf Wachstumskurs - Sorge bereitet vor allem Frankreich

Berlin - Die Konjunkturerholung in der Eurozone verliert im Juni den zweiten Monat in Folge an Schwung. Sorge bereitet vor allem die große Kluft zwischen den beiden größten Volkswirtschaften: Während Deutschland spürbar wächst, verliert Frankreich immer mehr an Boden. Hoffnung kommt aus Übersee. Die chinesische Industrie schaffte erstmals seit Dezember 2013 wieder ein Wachstum.

Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft der Währungsunion fiel um 0,7 auf 52,8 Punkte, teilte das Markit-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter 5000 Firmen mit. Das ist der tiefste Stand seit einem halben Jahr. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem stabilen Wert gerechnet. Trotz des Rückgangs blieb das Barometer aber über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. "Die Euro-Zone ist im zweiten Quartal so stark gewachsen wie seit drei Jahren nicht mehr", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson, der mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 0,4 Prozent rechnet. "Dass das Barometer jedoch zum zweiten Mal hintereinander nachgab, deutet darauf hin, dass dem Aufschwung ein wenig die Puste ausgeht."

Große Kluft

Das Hauptproblem sei die große Kluft innerhalb der Währungsunion. In Frankreich schrumpften die Geschäfte der Privatwirtschaft im Juni bereits den zweiten Monat in Folge. "Unternehmen und Verbraucher sind nicht überzeugt davon, dass die Regierung das wirtschaftliche Umfeld verbessern kann", sagte Williamson. "Die mangelnde Konkurrenzfähigkeit der französischen Unternehmen scheint auch bei einem schwächeren Euro fortzubestehen und substanziellerer Natur zu sein", sagte auch BayernLB-Experte Stefan Kipar.

Besser läuft es beim östlichen Nachbarn. "Wie bereits seit Jahresbeginn setzte die deutsche Wirtschaft ihr kräftiges Wachstum auch in Juni fort", sagte Markit-Ökonomin Pollyanna De Lima. "Der Auftragseingang blieb hoch, was sich auch im anhaltenden Beschäftigungsaufbau widerspiegelte." Die Industrie gewann sogar etwas an Fahrt. "Die Industriebetriebe profitierten erneut von der starken Exportnachfrage innerhalb Europas", sagte De Lima. Auch aus dem Nahen Osten und Asien seien mehr Bestellungen eingetroffen.

In den kommenden Monaten kann die Eurozone auf Impulse von außen hoffen. Die chinesische Industrie schaffte im Juni nach sechsmonatiger Pause wieder ein Wachstum. Der von der Bank HSBC erhobene Einkaufsmanagerindex kletterte um 1,4 auf 50,8 Punkte. Auch die Aussichten hellten sich aus Sicht auf: Die Aufträge wuchsen so stark wie seit 15 Monaten nicht mehr. "Die kleinen Hilfsmaßnahmen der Behörden kommen allmählich in der Realwirtschaft an", sagte der China-Chefvolkswirt von HSBC, Qu Hongbin. Die Regierung hat beispielsweise Ausgaben vorgezogen, etwa für den Ausbau des Schienennetzes und den Wohnungsbau. (APA/Reuters, 23.6.2014)

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