Unternehmensgründung: Kreative Inputs und konservative Begleitung

23. Juni 2014, 09:45
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Nur wenige Jahre nach Studienabschluss und ein paar Jahre mit unselbstständiger Berufserfahrung später denken mehr als 20 Prozent der Hochschulabsolventen an Unternehmertum. Hier zählt die frühe Förderung

Wien/Linz/Steyr - Geht man nach den aktuellen Ergebnissen der Guess-Studie (Global University Entrepreneurial Spirit Students' Survey 2013), ist bei der Gründungsausbildung und Vorbereitung in Österreich noch reichlich Luft nach oben. Erhoben wurden die Gründungsintentionen und -aktivitäten von Studierenden an Hochschulen. Weltweit nahmen mehr als 100.000 Studierende aus 34 Ländern an der Studie teil. In Österreich waren es 4220 Studierende aus 23 österreichischen Universitäten und Hochschulen. Durchgeführt wurde die Studie von der Johannes-Kepler-Universität Linz.

Zwar ziehen drei von vier Befragten in Österreich nach Studienabschluss eine unselbstständige Tätigkeit dem Unternehmertum vor, nach einigen Jahren der Berufstätigkeit aber zeige sich, so die Studienautoren, ein anderes Bild: Fünf Jahre nach Studienabschluss wollen 22 Prozent der Befragten selbstständig tätig sein - weil sie "einen spannenden Beruf ausüben" (51 Prozent) oder "den eigenen Traum realisieren" (41 Prozent), "Freiheit" und "Unabhängigkeit" (beide 22 Prozent) wollen, heißt es. Freudvolle Motivation, die sich rasch und ohne entsprechende Vorbereitung und Unterstützung ins Gegenteil umkehren kann.

Frühe Begleitung ist zentral

Sogenannte Entrepreneurship-Education wird zwar angeboten, allerdings nicht von vielen genutzt (in Österreich von 16 Prozent der Befragten), Kontakte zu Gründungshelfern und wichtigen Netzwerken seien häufig gar nicht vorhanden.

Dennoch gibt es zahlreiche Aktivitäten rund um das Thema Gründen und Unternehmertum: etwa das hochschulübergreifende Netzwerk für akademische Start-ups und Spin-offs "akostart oö", das Studierende und Absolventen noch vor der Gründung ihrer Start-ups fachlich und beratend zur Seite steht und danach Co-Working-Spaces zur Verfügung stellt. Oder: der "creative pre-incubator", gegründet von der FH St. Pölten und dem Accent-Gründerservice, der dieses Jahr im November starten soll.

Jährlich sollen rund 20 Projekte jeweils zwei Semester lang umfassend betreut werden - vom Erstellen eines Businessplans über die Vermittlung von Partnern für die Entwicklung von Prototypen bis hin zur Suche nach geeigneten Fördermitteln, heißt es seitens der FH St. Pölten.

An konkreten Projekten üben

Andere wiederum haben bereits gegründet und arbeiten gemeinsam mit Hochschulinstituten an der Weiterentwicklung ihrer Unternehmen - wie zum Beispiel das Wiener Upcycling-Start-up Ruffboards in Sachen Crowdfunding für sein Unternehmenswachstum.

Gemeinsam mit dem Studiengang "Marketing und Electronic Business" der FH Oberösterreich Steyr startet das Unternehmen im Rahmen eines Projekts eine Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo. Die Zugänge sind vielfältig, die frühe Begleitung ist aber zentral. (haa, DER STANDARD, 21.6.2014)

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